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Forschung: Wissenschaftliche Basisarbeit und Spitzensport

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Björn Bruhin, Forschungskoordinator Swiss-Ski

Olympiamedaillen werden auf den Pisten und in den Loipen gewonnen. Doch der Weg aufs Podest beginnt im Labor von Swiss-Ski. Forschungskoordinator Björn Bruhin lässt hinter die Kulissen blicken, aber nur soweit, dass die Gegner nichts Entscheidendes mitbekommen.

Herr Bruhin, was macht der Forschungskoordinator von Swiss-Ski? Sind Sie sozusagen der Daniel Düsentrieb des Wintersports?

(lacht) Vielleicht – ein bisschen. Die Idee hinter meiner Anstellung war die Koordination und Überwachung der verschiedenen Forschungsprojekte in den einzelnen Sportarten. Angestellt bin ich vom Bundesamt für Sport, aber in diesem Rahmen bin ich zu hundert Prozent für Swiss-Ski tätig. Ich führe die hervorragende Arbeit von Michael Vogt weiter. Mein Büro befindet sich in Magglingen. Aber dort bin ich eher selten anzutreffen. Feldmessungen und praktische Umsetzungen sind zentrale Punkte meines Aufgabenprofils. Neben der Verantwortung und Aufsicht über die Projekte engagiere ich mich teilweise auch selber in der Forschungsarbeit. Ausserdem bin ich für die Ausrichtung der Leistungsdiagnostik in den Schneesportarten mitverantwortlich.

Wo sind die Schlüsselstellen Ihrer Arbeit?

In allen Bereichen ist der Wissenstransfer von der Forschungsabteilung zu den Chefs Sport- arten und Trainern ein entscheidender Faktor. Es ist wichtig, dass keine Informationen ver- lorengehen – und dass die Erkenntnisse an den Schnittstellen korrekt weitergeleitet und um- gesetzt werden. Ich habe selber ebenfalls eine Trainerausbildung absolviert, war unter ande- rem Cheftrainer der paralympischen Alpin-Skifahrer in Sotschi 2014. Damit stehe ich so- zusagen zwischen Praxis und Theorie – und kann die Anwendungsmöglichkeiten von For- schungsergebnissen im Wettkampf gut beurteilen.

Wie wichtig ist Forschung grundsätzlich für den Spitzensport?

Da muss man differenzieren. Bei den Langläufern ist das Feld der Leistungsdiagnostik wichtig. Deshalb ist der Zugang in diesem Bereich nachvollziehbar. Bei den Alpinen dagegen liegt der Nutzen der wissenschaftlichen Arbeit nicht immer auf der Hand. Doch auch hier besitzt die Forschung grossen Wert.

Wie gross ist der Einfluss der Forschung auf die Schweizer Resultate in PyeongChang?

Das lässt sich nicht quantifizieren. Wir schaffen die bestmöglichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen. Die Leistung aber müssen die Athleten bringen. Ich bin froh, wenn wir unseren Teil zu einer erfolgreichen Olympia-Mission  beisteuern können.

Hier geht es zum vollständigen Interview. Mehr zum Thema Forschung lesen Sie im neuen Snowactive.

 

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