Disziplinen

Die Disziplinen im Snowboard könnten unterschiedlicher nicht sein. Während es in der Halfpipe um Schwierigkeit, Style und Kreativität geht, sind im Snowboard Alpin Parallelwettkampf und im Snowboardcross Geschwindigkeit und Nervenstärke angesagt.

Im Snowboard FIS Weltcup werden mit Snowboardcross, Parallel-Riesenslalom, Parallel-Slalom, Slopestyle, Big Air und Halfpipe sechs Disziplinen ausgetragen. Die Snowboard-Freestyle-Disziplinen werden ebenfalls anlässlich der World Snowboard Tour durchgeführt.

Snowboard Freestyle

Halfpipe

Die Halfpipe, eine halbe nach oben offene Schneeröhre, ist die Königs-Disziplin. Über fünf Meter springen die Snowboarderinnen und Snowboarder über den Rand der Halfpipe hinaus. In einem Lauf zeigen sie zwischen fünf und acht Tricks, je nach Länge der Halfpipe (100 bis 130 Meter). Kampfrichter:innen (Judges) bewerten die Darbietung nach Höhe, Schwierigkeit und Style der Tricks. Halfpipe ist seit 1998 eine olympische Disziplin, Gian Simmen holte damals Gold; Iouri Podladtchikov tat es ihm 2014 gleich.

Big Air

Beim Big Air geht es, wie der Name sagt, hoch in die Luft (bis zu sieben Meter hoch und 25 Meter weit). Judges bewerten wiederum Höhe, Schwierigkeit und Style der Tricks. Gesprungen wird auf einer Schanze, die oft auch auf einem schwindelerregenden Gerüst mitten in einer Stadt steht. Big Air ist eine Show-Disziplin, um Snowboarden vor grossem Publikum zu zeigen. Big Air ist seit PyeongChang 2018 olympisch.

Slopestyle

Ein Slopestyle-Contest besteht aus mehreren Sprüngen (Kickers, Corner-Jumps etc.) und Slide-Elementen (Rails). Die Snowboarderinnen und Snowboarder müssen also wie in der Halfpipe mehrere Tricks zeigen. Slopestyle-Wettkämpfe werden auf der World Snowboard Tour und als FIS Weltcup durchgeführt. Die Disziplin ist seit Sotschi 2014 olympisch und erfreut sich bei den Snowboarderinnen und Snowboardern einer sehr grossen Beliebtheit.

Snowboard Alpin

Parallel-Riesenslalom (PGS)

Die Hauptdisziplin der Alpin-Boarderinnen und -Boader ist der Parallel-Riesenslalom (PGS). Die Snowboarderinnen und Snowboarder duellieren sich dabei parallel auf zwei möglichst identischen Kursen. Nach einem Lauf werden die Seiten gewechselt, um mögliche Vorteile auszugleichen. In der Qualifikation fahren alle Teilnehmenden einen Zeitlauf pro Kurs. Die 16 Schnellsten kommen ins Finale, wo es im K.O.-Sytem weitergeht. PGS ist seit 2002 olympisch (1998 wurde ein einfacher Riesenslalom ausgetragen). 2002 und 2006 hiess der Olympiasieger Philipp Schoch.

Parallel-Slalom (PSL)

Der Parallel-Slalom (PSL) läuft nach dem genau gleichen Muster ab wie sein grosser Bruder. Einziger Unterschied ist, dass die typischen dreieckigen Snowboard-Tore enger gesteckt sind. Der Abstand zwischen den Toren beträgt beim PSL etwa 12 Meter, beim PGS sind es 25 Meter. Demzufolge benutzen die Fahrer:innen im PSL kürzere Boards. Parallel-Slalom war in Sotschi 2014 ebenfalls eine olympische Disziplin.

Parallel Mixed Team

Beim Parallel Mixed Team fahren jeweils eine Athletin und ein Athlet der gleichen Nation in den Heats gegen eine andere Nation. Sobald die erste Athletin oder der erste Athlet die Ziellinie überquert, öffnet sich das Startgate für den zweiten Athleten. Wer zuerst die Ziellinie überquert, bringt seine Nation eine Runde weiter. Die Rennen Parallel Mixed Team werden seit 2014 ausgetragen.

Snowboardcross

Snowboardcross (oder Boardercross) ist eine mit diversen Hindernissen (Sprüngen, Wellen, Steilwandkurven etc.) bespickte Piste. Vier Snowboarderinnen oder Snowboarder (manchmal auch sechs) kämpfen Frau gegen Frau, Mann gegen Mann um die vordersten Plätze. Die schnellsten zwei (oder drei) eines Heats (Laufs) kommen eine Runde weiter. Bevor man im K.O.-System gegeneinander fighten kann, muss man die Qualifikation überstehen, die in Einzelzeitläufen gefahren wird. Snowboardcross war 2006 erstmals olympisch, Tanja Frieden gewann die Goldmedaille.

Snowboardcross Team

Beim Snowboardcross Team fahren jeweils zwei Athletinnen oder zwei Athleten des gleichen Geschlechts und der gleichen Nation in den Heats gegen andere Nationen. Sobald die erste Athletin respektive der erste Athlet die Ziellinie überquert, öffnet sich das Startgate für die zweite Ahtletin respektive den zweiten Athleten. Die ersten zwei Teams (Nationen) kommen jeweils eine Runde weiter. Die Snowboardcross-Team-Rennen werden seit 2014 ausgetragen, auch gibt es eine Gesamtweltcup-Wertung.