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Im Sog der Frauen zu den Medaillen

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Zum dritten Mal in Folge finden die Weltmeisterschaften der Snowboarder und Ski-Freestyler gemeinsam statt. Das Konzept, das sich auf europäischem Boden in Kreischberg 2015 und 2017 in der spanischen Sierra Nevada bewährt hat, findet erstmals in Übersee Anwendung.

17 Jahre nach den Olympischen Spielen 2002 kehrt ein Grossanlass in die Region um Salt Lake City, im US-Bundesstaat Utah, zurück. Nach dem Abstecher in das höchste Gebirge der iberischen Halbinsel vor zwei Jahren, wo das Thermometer an Wettkampftagen auch mal gut und gerne um die 15 Grad angezeigt hat, ist dies eine Rückkehr an einen Ort, der Wintergefühle garantiert. Die Ski-Freestyle-Disziplinen werden auf drei Skigebiete verteilt ausgetragen: Park City (Halfpipe, Slopestyle, Big Air), Deer Valley (Aerials, Buckelpiste) und Solitude (Skicross).

Während einige Nationen mit den frühlingshaften Temperaturen in der Sierra Nevada Mühe bekundeten, nutzten die Schweizer die Gunst und reisten mit sieben Medaillen (viermal Silber, dreimal Bronze) als dritterfolgreichste Nation hinter den USA und Frankreich aus Spanien ab. Ein ähnliches Abschneiden wünschen sich die Verantwortlichen von Swiss-Ski für 2019: "Wir erhoffen uns fünf bis sieben Medaillen", sagt Sacha Giger, Direktor Snowboard und Ski-Freestyle.

Besonders günstig stehen die Chancen im Slopestyle- oder Big-Air-Wettkampf der Freeskierinnen. Mit Sarah Höfflin und Mathilde Gremaud stehen zwei Fahrerinnen am Start, die trotz ihrer zehn Jahre Altersunterschied etwas gemein haben: konstante Topergebnisse. Gemeinsam lachten sie an den Olympischen Spielen von Pyeongchang über ihren Doppel-Erfolg: Die 28-jährige Höfflin wurde Olympiasiegerin, direkt dahinter klassierte sich die 18-jährige Gremaud.

In diesem Stil ziehen sie seither weiter: Gremaud (1.) vor Höfflin (2.) beim Big-Air-Weltcup im italienischen Modena, Höfflin (2.) vor Gremaud (3.) im Slopestyle von Stubai in Österreich, Silber für Höfflin im Slopestyle an den X-Games vergangene Woche, Gold für Gremaud im Big Air. Ob so viel Erfolg geht etwas vergessen, dass Swiss-Ski in Giulia Tanno über eine dritte Topfahrerin verfügt.

Die drei verbindet nicht nur die Fähigkeit mit ihren Sprüngen der Schwerkraft zu trotzen und eine gute Freundschaft; Tanno, Gremaud und Höfflin haben alle auch noch eine Rechnung mit den Weltmeisterschaften offen. 2017 bereits als grosse Medaillenhoffnungen in den Wettkampf gestartet, blies sie der Wind neben das Podium: Rang 4 für Höfflin, 5 für Gremaud und 8 für Tanno, hiess es damals. Ein Ergebnis, das in Park City korrigiert werden soll. Die Chancen stehen gut, zumal die FIS im Ski Freestyle auch erstmals Weltmeister in der Disziplin Big Air sucht.

Anders präsentiert sich die Ausgangslage nach der Verletzung von Teamleader Andri Ragettli in der Freeski-Equipe der Männer. Dort ruhen die Hoffnungen nun hauptsächlich auf Fabian Bösch, dem Slopestyle-Weltmeister von 2015.

Smith als Vorbild

Immer Verlass ist an Weltmeisterschaften auf Skicrosserin Fanny Smith. Dreimal stand die 26-jährige Waadtländerin bislang an einer WM im Einsatz und häufte sich ihren eigenen Medaillensatz an. Schaut man auf den bisherigen Saisonverlauf, dürfte das Ziel der ambitionierten Smith im Rennen vom Samstag nichts geringeres als der Sieg sein. Die Weltmeisterin von 2013 liess der Konkurrenz in dieser Saison in sechs Rennen nur zweimal den Vorrang, ein Podium ohne Smith sah man bislang gar nur in einem Rennen.

Im Sog der Ausnahmeathletin soll das Männer-Team ein langjähriges Trauma beenden. Seit 2007 in Ruka erstmals interkontinentale Titelkämpfe ausgetragen wurden, blieb die Schweiz bei den Männern an bislang sieben Weltmeisterschaften ohne Medaille. Und dies, obschon sie auch in der Vergangenheit, wie in diesem Jahr im Weltcup (fünf Podestplätze in sechs Wettkämpfen), zu den Top-Nationen gehörte.