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Ramon Zenhäusern schon wieder auf dem Podest

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Ramon Zenhäusern schaffte es erstmals auch im Weltcup auf das Podium eines Slaloms. Hinter Marcel Hirscher und Henrik Kristoffersen wurde der Walliser Olympia-Zweite in Kranjska Gora Dritter. Hirscher wird zum siebenten Mal in Folge Weltcup-Gesamtsieger.

Marcel Hirscher war nach seinem Sieg im Riesenslalom vom Samstag auch im Slalom nicht zu schlagen. Hoch überlegen feierte der Österreicher Weltcupsieg Nummer 57. Erneut distanzierte er alle alle seine Gegner um über eine Sekunde und mehr. Im Slalom war der Salzburger an den Olympischen Spielen ausgeschieden, zum einzigen Mal in diesem Winter. Aber wenn er ins Ziel kommt, ist er derzeit unantastbar.

Hirscher, am letzten Freitag 29 Jahre alt geworden, bringt es allein in diesem Winter auf exakt ein Dutzend Siege. Nur Ingemar Stenmark und Hermann Maier waren bei den Männern mit je 13 Erfolgen erfolgreicher. Aber noch ist die Saison ja nicht vorbei.

Bezüglich der Kristallkugeln machte Hirscher schon vor dem Finale in Are alles klar. Zum fünften Mal steht er als Gewinner der Slalomwertung fest, und auch den Gesamt-Weltcup wird ihm keiner mehr streitig machen können. Den wird Hirscher zum siebenten Mal in Folge gewinnen, womit er seinen Rekord weiter ausbaut.

289 Punkte beträgt sein Vorsprung sechs Rennen vor Schluss. Vier davon sind aber Speed-Prüfungen, und die bestreitet der zweitplatzierte Kristoffersen nicht. Der Norweger hat sich mit der Rolle als Nummer 2 abgefunden: "Marcel ist der beste Skifahrer. Es ist okay, hinter ihm Zweiter zu sein."

17 Kristallkugeln wird Hirscher nach dieser Saison in seinem Besitz haben, neben den sieben grossen für die Gesamtwertung auch je fünf kleine für den Slalom- und den Riesenslalom-Weltcup. Das scheint selbst für Hirscher selber unglaublich: "Ich denke, in zehn Jahren, wenn ich etwas mehr Distanz zum aktiven Skifahrersein habe, werde ich imstande sein, zu realisieren, wie verrückt diese sieben Jahre waren."

Gruppendynamik wie noch nie

Vor Hirscher zog auch Ramon Zenhäusern den Hut: "Neben ihm auf dem Podest zu stehen, ehrt mich brutal." Bei Halbzeit lag der Walliser Zwei-Meter-Mann lediglich auf Platz 10. Eine Sekunde trennte ihn allein von Platz 3. "Mit Startnummer 15 musste ich im ersten Lauf bereits auf einer sehr schlechten Piste fahren. So war ich mir im zweiten Durchgang die Spuren schon gewohnt", sagte Zenhäusern nach seinem Vorstoss, der ihn um sieben Positionen nach vorne und erstmals auch im Weltcup aufs Podest brachte.

"Ich surfe momentan auf einer Welle, die hoffentlich noch lange anhält", so Zenhäusern, dem die Erfolge immer stärkere Flügel verleihen. Vierter war er in Wengen, Sechster in Kitzbühel, Sieger beim Parallel-Slalom in Stockholm, dann folgte bei Olympia die Silbermedaille im Slalom und die goldene Auszeichnung mit dem Team.

Chefcoach Tom Stauffer, Slalomtrainer Matteo Joris und dessen Assistent Thierry Meynet haben in ihrem Team eine Gruppendynamik erzeugt, wie es sie wohl in der Schweiz noch gar nie gab. "Wir sind noch lange nicht fertig", glaubt Zenhäusern. Seine Worte wurden durch zwei Kollegen bestätigt, die in nie erwartetem Ausmass brillierten.

Der 25-jährige Waadtländer Marc Rochat (Startnummer 33) und der 22-jährige Bündner Sandro Simonet (Startnummer 45) belegten die Ränge 6 und 8, womit sie ihre mit Abstand besten Klassierungen im Weltcup erreichten. Die beiden Schweizer lagen bei Halbzeit auf den Positionen 13 und 24, ehe sie sich ähnlich wie Zenhäusern noch markant verbessern konnten. Rochat, der in den acht Slaloms zuvor sechsmal ausgefallen war, stand bisher mit dem 19., Simonet mit dem 25. Platz als bestem Ergebnis zu Buch.

So waren schliesslich drei Schweizer in den Top 8 vertreten, obwohl drei Trümpfe nicht stachen. Loïc Meillard, nach dem ersten Lauf als Sechster bester Mann von Swiss-Ski, rutschte auf Platz 15 ab. Noch schlechter erging es den ersten Wegbereitern des Schweizer Aufschwungs: Luca Aerni, der Zweite von Madonna, musste sich mit Rang 23 begnügen, Daniel Yule, der Dritte von Kitzbühel und Schladming, schied schon im ersten Durchgang aus.