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«Schwierig und gefährlich»

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Sie springen auf der Olympia-Bühne am höchsten und riskieren auf ihrer über 4 Meter hohen Schanze nahezu am meisten: Die Aerials-Künstler. Die Schweizer machten sich Gedanken zur südkoreanischen Windproblematik.

Über das vor allem wetterbedingte Fiasko der mehrheitlich abgestürzten Slopestyle-Spezialistinnen wurde an den Winterspielen auch am Folgetag debattiert. Im Kreis der Aerials-Equipe nahmen die Beteiligten Stellung zur Problematik. «Der Wind ist generell ein Thema - nicht nur bei uns», sagte Michel Roth, der Chef-Coach der Ski-Freestyle-Springer. Ihre Anlage sei im Phoenix Snow Park an einer exponierten Stelle gebaut worden. «Und wir sind windanfällig, das ist einfach so.»

Roths Team weiss spätestens seit einem Test-Event im letzten Jahr, mit was zu rechnen sein wird. Die schwierigen Verhältnisse kommen mit Ansage. «Überall stehen Windräder, dann bläst es auch. Erfreulich ist das nicht, aber auch keine wirkliche Überraschung.» Ob sich der Ort fürs Springen eignet, sei bei der Vergabe der Spiele kein Thema gewesen, vermutet Experte Roth. «Darauf hatten wir keinen Einfluss.»

Die Schweizer wollen die Lage nicht schon im Vorfeld dramatisieren. Sie gehen mit der Herausforderung nüchtern und pragmatisch um. Der Tenor unter den Athleten: «Wir können es nicht ändern, aber richtig damit umgehen.» Mit der Anpassung des Tempos ist gemäss den Beteiligten einiges auszurichten. "Schwierig und gefährlich wird es, wenn Böen aufkommen", erklärte Mischa Gasser vier Tage vor dem Auftakt der Qualifikation.

Im Gegensatz zum Kicker im Snowboard-Wettbewerb werden die Aerials-Spezialisten nahezu senkrecht in die Höhe katapultiert - mit einem Luftstand von bis zu 12 bis 14 Metern, bei einem Anfahrtstempo von 66 bis 68 km/h. «Wenn man da zu viel Rückwind hat, fliegt man viel weiter in den Landehang», führt Roth aus.

Massgeblich ist bei wechselhaften Luftströmungen ein ausreichend grosses Zeitfenster. Dimitri Isler beispielsweise zeigt fünffach geschraubte Tricks; entsprechend ist er darauf angewiesen, von den Verantwortlichen die richtigen Infos zu den Windverhältnissen zu erhalten. «Das braucht Vertrauen in den Coach», sagt Teamkollege Gasser.

Sollte ein Fahrer seinen Run abbrechen, kann er ihn zwar wiederholen, muss aber einen womöglich empfindlichen Punktabzug einkalkulieren. Bilder wie im Final der weltbesten Slopestylerinnen werden die Skiakrobaten indes kaum zulassen, ist Roth überzeugt: «Wir Trainer würden dann schon sagen: Das machen wir nicht, wir springen nicht. Den Slopestyle-Wettkampf hätte ich abgesagt.»