Weltcup-Premiere für Joscha Burkhalter

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Der Berner Joscha Burkhalter feierte beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding am Wochenende sein Weltcup-Debüt. Der 21-Jährige rückte für den abwesenden Benjamin Weger ins Aufgebot.

Der C-Kader-Athlet Joscha Burkhalter hatte an einem IBU-Rennen in der Slowakei gerade einen Top-Ten Platz belegt, als überraschend und kurzfristig das Aufgebot für Ruhpolding hereinflatterte. Er rückte in der Schweizer Männer-Staffel für Teamleader Benjamin Weger nach, der wegen eines Höhentrainings in Antholz nicht am Start stand. «Vor so einer Kulisse das erste Mal im Weltcup zu laufen war schlichtweg ein Wahnsinnsgefühl», schwärmt Joscha Burkhalter. Er sei vor dem Start so nervös gewesen, wie noch nie in seinem Leben. Seine Leistung kann sich trotzdem sehen lassen: Nach drei Nachladern im Liegend-Anschlag blieb er im nachfolgenden Stehend-Schiessen fehlerfrei. «Die Tribüne befindet sich so nahe am Schiessstand wie sonst nirgends. Da fällt es schwer, die johlenden Fans auszublenden.»

Begeisterte Zuschauer säumten die ganze Strecke in mehreren Reihen und feuerten die Athleten so laut an, dass er seinen eigenen Pulsschlag nicht mehr hören konnte. Normalerweise läuft Burkhalter vor 200 Zuschauern, in der Arena in Ruhpolding waren es 20 000. «Ich bin aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen», fasst der Zweisimmer seine Eindrücke zusammen. In Deutschland ist Biathlon der Wintersport Nummer eins und die Fans «einfach unglaublich». Joscha Burkhalter erlebte gleich noch ein weiteres Highlight: Neben ihm ebenfalls an dritter Position startete fast zeitgleich Martin Fourcade. Der Franzose ist einer der erfolgreichsten Biathleten der Gegenwart und Burkhalters Vorbild. «Es ist enorm, was er alles geleistet hat.»

Ziele sind bereits übertroffen

Joscha Burkhalter gehört seit dieser Saison zum Elite C-Kader von Swiss-Ski. Dass es mit dem Einstieg in den Weltcup so schnell geht, hätte er nicht gedacht. «Meine Ziele für diese Saison waren bescheidener. Nun habe ich bereits die Qualifikation fürs B-Kader geholt», freut sich Burkhalter. Auf seine langfristigen Ziele angesprochen, meint er: «Ein Traum ist sicher, eine Olympia-Teilnahme und ein Weltcup-Podestplatz.»

Der vierfache Junioren Schweizermeister ist über Langlauf zum Biathlon-Sport gelangt. «Mir gefällt die Kombination der zwei Sportarten», erklärt er. Auch seine jüngere Schwester frönt dem Biathlon. Wie bereits ihr Bruder besucht sie auch die Sportschule in Brig. Der Oberländer hat seit Sommer die Matura im Sack und absolviert neben dem Profisport ein Fernstudium in Wirtschaft. «Ich bin viel unterwegs. Da bleibt im Hotel Zeit zum Lernen. Das ist ein guter Ausgleich.» Für Joscha Burkhalter ist sein jetziges Leben nur dank dem Förderbeitrag der Sporthilfe finanzierbar. «Sie hilft mir, meinen Traum zu verwirklichen und dafür bin ich unendlich dankbar.»