Michael Schärer schliesst das Spitzensport-Kapitel und tritt zurück

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Michael Schärer tritt vom Spitzensport zurück und konzentriert sich auf seinen Bachelorabschluss in Rechtswissenschaft.

Nach acht Jahren im Weltcup hat sich der Snowboard-Freestyler Michael Schärer entschieden, per sofort vom Spitzensport zurückzutreten. Verletzlichkeit und einen unbändigen Willen begleiteten den Berner Oberländer während seiner Karriere.

Zu den grössten Erfolgen des 24-Jährigen zählt der Slopestyle Junioren-Weltmeistertitel 2014, der 6. Rang im Big Air an den Olympischen Spielen 2018 sowie der Triumph am legendären Grandvalira Total Fight 2019 in Andorra. Im selben Winter realisierte Schärer in Quebec mit einem 4. Rang im Big Air ebenfalls sein bestes Ergebnis an einem Weltcup – auf jener Wettkampfstufe, wo er sich insgesamt 24. Mal eine Startnummer überzog.

Doch das Jahr 2019 sollte nicht nur Positives für Schärer bereithalten. Die Verletzlichkeit kehrte zurück – mit voller Wucht an seiner Schwachstelle: der Schulter. Bei einem Trainingssturz verletzte sich der Nationalmannschaftsathlet zum dritten Mal in vier Jahren an der linken Schulter, was ihn zur nächsten Verletzungspause zwang. Sein unbändiger Wille brachte ihn durch die lange Rehabilitation. «Doch schlussendlich musste ich eingestehen, dass meine Schulter die vielen Stürze, die das Leben als Profi-Snowboarder mit sich bringen, nicht mehr aushält. Riskiere ich einen weiteren Sehnenriss an der Schulter, müsste ich mit lebenslangen Schäden rechnen», sagt Michael Schärer, «und das ist es mir nicht wert.»

Viele Jahre war Snowboarden seine Welt, nun bleibt sie es weiterhin, aber eben einfach ohne Leistungssport-Status – und die neue Herausforderung hat der 24-Jährige bereits gefunden: zurück in den Hörsaal respektive an die Fernuni. «Ich werde nun mein Bachelorstudium der Rechtswissenschaften abschliessen und anschliessend den Master dranhängen.» Dazwischen möchte Schärer «endlich die ganz anderen Sachen erleben, die das Leben zu bieten hat.» Darunter gehört ein Surf-Tripp mit dem eigenhändig zum Camper ausgebauten Kastenwagen an die Atlantikküste.