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Julie Zogg: «Für Clubs bin ich langsam zu alt»

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Julie Zogg startet nächste Woche in die neue Weltcup-Saison. Beim Auftakt im italienischen Carezza will die 31-Jährige an ihre letztjährigen Erfolge anknüpfen. Im Interview erzählt die Alpin-Snowboarderin, wofür sie zu viel Geld ausgibt und mit wem sie gerne für einen Tag das Leben tauschen würde.

Was war dein bisher grösstes Abenteuer?
Ich weiss nicht, ob man das als Abenteuer bezeichnen kann, aber in der Anfangszeit meiner Karriere musste ich einmal an einem Weltcup-Rennen in Stoneham die ganze Zeit erbrechen. Ich dachte vor jedem Lauf, meine Gegnerin soll mich doch bitte schlagen, damit ich Feierabend machen kann. Am Ende des Tages stand ich auf dem Podest. Daran denke ich seither jedes Mal, wenn ich nicht ganz fit am Start stehe.

Aus welchem Traum wärst du am liebsten nicht mehr aufgewacht?
Ich habe vor Sotschi 2014 geträumt, dass ich Olympiasiegerin geworden bin. Das ist ein Traum, der hoffentlich noch in Erfüllung gehen wird, aber bei uns ist es halt wirklich so: ein Tag und eine Chance alle vier Jahre.

Wer war die Heldin oder der Held deiner Kindheit?
Corina Giger, schon damals und bis heute eine meiner besten Freundinnen. Sie war für jeden Blödsinn zu haben und stand mir immer zur Seite. Wir lernten uns im Geräteturnen kennen und sind immer noch sozusagen unzertrennlich.

Wofür konntest du dich als Kind so richtig begeistern?
Allgemein für Sport. Ich ging nicht nur ins Geräteturnen, wir spielten auch sehr viel Inlinehockey auf der Strasse. Ich stand immer im Goal.

Welche peinliche Geschichte aus deiner Kindheit packen deine Eltern am liebsten aus?
Einmal hauten Corina und ich einfach ab. Wir wollten zelten gehen, wir waren vielleicht zehn- oder elfjährig. Aber wir wurden bald wieder eingefangen. Diese Anekdote höre ich immer wieder.

Was ist dein grösster Tick?
Nach dem Aufstehen lege ich als Erstes die saubere Wäsche zusammen.

Womit vertrödelst du zu viel Zeit?
Mit dem Handy-Spiel Fishdom. Ich sage immer, ich gehe noch ein bisschen Fische füttern.

In was für Situationen jagt es dir den Nuggi raus?
Wenn ich meinem Mann daheim hundert Mal sagen muss, dass er etwas erledigen sollte. Aber meistens bleibe ich relativ ruhig. Ich frage: «Was habe ich gesagt?» Und dann wird es gemacht.

Wofür gibst du zu viel Geld aus?
Für neue Sportsachen. Dieses Jahr wollte ich ein neues Gadget kaufen, ein Gerät für Reaktionsübungen. Es kostet etwa 500 Franken. Zum Glück habe ich es nicht gekauft, denn mein Chef im Tenniscenter Bad Ragaz, wo ich zwischendurch arbeite, sagte mir, er habe noch etwa fünf solche Dinger im Kasten, die nie jemand brauche.

Vor welcher Frage würdest du dich in einem Bewerbungsgespräch fürchten?
«Was hast du bis jetzt gemacht?» Und dann sage ich: «Spitzensport.» Ich mag die Frage nicht, weil es nicht überall akzeptiert ist, dass man Profisportlerin ist, zumindest dann nicht, wenn man in einer kleineren Sportart aktiv ist.

Zu welcher Tageszeit sollte man dir besser keine schwierigen Fragen stellen?
Für meinen Mann ist es besser, wenn er eine halbe Stunde nach mir aufsteht. Oder sonst keine Fragen stellt frühmorgens.

Was sind für dich die grössten Modesünden?
Ich weiss nicht, ob das eine Sünde ist, aber ich trage immer Sneakers, auch wenn man schön angezogen sein muss.

Was darf in deinem Kühlschrank nie fehlen?
Hafermilch. Für meinen Kaffee am Morgen. Und Magerquark. Ebenfalls für mein Frühstück.

Welches Menü gibst du zum Besten, wenn du jemanden beeindrucken willst?
Mini-Pizzas im Racletteofen. Da kann jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen und machen, was er will.

Wovor drückst du dich im Haushalt am meisten?
Ich lege zwar gerne Wäsche zusammen, aber Wäsche aufhängen? Das mache ich nicht so gerne.

Worauf legst du beim Buchen eines Hotels den grössten Wert?
Auf die Rezensionen. Ich lese immer die obersten, die besten und die schlechtesten. Und dann schaue ich meistens noch auf holidaycheck.ch, was für Bilder hochgeladen worden sind.

Wo findet man dich in einem Club am ehesten?
Wenn Elektro läuft, findet man mich nirgends. Und überhaupt: Für Clubs bin ich langsam zu alt.

Wohin würdest du auswandern, wenn du müsstest?
Hawaii. Ich war schon zweimal dort. Aber wahrscheinlich würde ich es nicht einmal auf Hawaii lange aushalten – sondern schnell Heimweh bekommen. Daheim bin ich am liebsten.

Welches Zitat würdest du dir am ehesten tätowieren lassen?
Dass man seine Träume nie aus den Augen verlieren soll.

Hast du ein verborgenes Talent?
Hm… Ich koche sehr gerne, aber ich weiss nicht, ob ich auch talentiert bin. Ich bekomme zumindest häufig Komplimente, wenn ich gekocht habe.

Wann hast du zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht?
Ich war kürzlich erstmals in Paris, der Stadt der Liebe. Aber nicht mit meinem Mann, sondern mit Freundinnen.

Mit wem würdest du gerne für einen Tag das Leben tauschen?
Diese Frage werden wohl alle gleich beantworten. Mit Roger Federer. Aber als er noch aktiv war.

Was machst du, wenn du den Euromillions-Jackpot knackst?
Einen Teil des Geldes spenden. Schauen, dass meine Familie gut leben kann, meine Schwester, meine Eltern und Schwiegereltern. Und sonst gleich weiterleben und weiterarbeiten.

Was willst du in deinem Leben unbedingt noch lernen?
Gut Tennis und Golf spielen.

Worauf freust du dich am meisten nach der Sportkarriere?
Darauf, im Winter an einen warmen Ort in die Ferien verreisen zu können. Das sage ich schon lange. Ich habe lieber warm als kalt.