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«Das ist das Beste, was passieren kann»

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Foto: Nordic Focus

Die Schweizer Mixed-Staffel mit Elisa Gasparin, Lena Häcki, Benjamin Weger und Jeremy Finello schaffte beim Weltcup-Auftakt in Pokljuka Historisches. Erstmals realisierte eine Staffel von Swiss-Ski auf höchster Biathlon-Stufe mit Rang 2 einen Podestplatz. Dieser Erfolg hätte zu kaum einem besseren Zeitpunkt geschehen können, wie Markus Segessenmann, Chef Biathlon von Swiss-Ski, im Interview betont.

Markus, hast du schon realisiert, dass das Schweizer Biathlon-Team gestern Historisches geschafft hat?

«In dem Moment, als unser Schlussläufer Jeremy Finello ins Ziel eingelaufen ist, realisiert man schon, dass wir soeben das beste Staffel-Ergebnis in der Geschichte des Schweizer Biathlons realisiert haben. In der Folge geniesst man alles einfach sehr. Es wurde sehr emotional – und es sind bei einigen auch ein paar Freudentränen geflossen. Aber es geht bereits wieder weiter, die nächsten Wettkämpfe stehen an. Von daher ist schon fast wieder der Alltag eingekehrt.»

Aber am Sonntagabend blieb schon Zeit, den Erfolg ausgiebig zu feiern, oder? Zumal er ja mit dem Geburtstag von Elisa Gasparin zusammenfiel.

«Am Sonntagabend wir die Equipe vor dem Nachtessen versammelt. Gemeinsam haben wir mit Champagner angestossen. Das muss man einfach, schliesslich ist so ein Podestplatz für uns nicht Alltag. Nach dem Essen gingen die Feierlichkeiten dann weiter, Elisa wurde mit einer Geburtstagstorte überrascht.»

Wie hast du das Schweizer Team im Vorfeld dieser ersten Wettkämpfe vom Sonntag erlebt?

«Das Team ist mit sehr guter Stimmung hierhin nach Slowenien angereist. Das Teamklima habe ich, wie schon während des ganzen Sommers, als sehr entspannt und angenehm empfunden. Die Trainer machen auch diesbezüglich einen tollen Job. Der Staff schafft es, gute Stimmung auf die Athleten zu übertragen.»

Nach der dritten Ablösung mit Benjamin Weger war ich mir ziemlich sicher, dass es klappt.

Markus Segessenmann

 

Im Biathlon sind die Protagonisten primär als Einzel-Athleten unterwegs. Für dich als Chef Biathlon von Swiss-Ski dürften Team-Erfolge gleichwohl besonders schön sein.

«Das ist das Beste, was passieren kann. Es braucht gute Einzelleistungen wie gestern jene von Benjamin Weger und Lena Häcki. Benji hatte hinter Martin Fourcade die zweitbeste Abschnittszeit, Lena die drittbeste. Staffel-Erfolge sind mit das Grösste, was es gibt. Denn sie zeigen auf, dass wir auf der ganzen Ebene und in der Breite gut gearbeitet haben. Ein Einzel-Podestplatz kann auch eine kleinere Nation mit einem Athleten mal erreichen, aber für einen Staffel-Erfolg braucht es vier Athleten, die eine Topleistung abrufen können.»

Wann hast du während des Rennens begonnen, mit einem Podestplatz zu liebäugeln?

«Wir waren von Anfang an vorne dabei. Eine kritische Situation gab es, als Lena drei Nachlader im Stehendanschlag gebraucht hat. Als sie letztlich aber als Fünfte übergab, habe ich begonnen zu hoffen, dass es für das Podest reicht. Nach der dritten Ablösung mit Benjamin Weger war ich mir ziemlich sicher, dass es klappt, denn ich wusste, dass sich Jeremy Finello in einer guten läuferischen Form befindet. Aber klar, passieren kann im Biathlon immer etwas. Bei jedem Nachlader geht der Puls dann auch entsprechend in die Höhe.»

Zu einem besseren Zeitpunkt hätte der Exploit kaum erfolgen können, oder? Gleich vier Athleten gehen nun mit besonders viel Rückenwind in die Saison – und die Teammitglieder sehen, was alles möglich ist.

«Ganz klar, der Zeitpunkt ist genial. Es gibt fast keinen besseren, das muss man so sagen. Die vier Staffel-Mitglieder gehen mit sehr viel Selbstvertrauen in die nächsten Rennen, das kann man ihnen nicht mehr nehmen. Dieser Erfolg hilft dem ganzen Team enorm, wir alle haben extrem viele positive Reaktionen bekommen.»

In dieser Woche stehen in Pokljuka nun die ersten Einzelrennen auf dem Programm – zunächst jeweils ein Einzel, dann Sprints und zum Abschluss Verfolgungsrennen. Welche Zielvergabe gibst du dem Team mit auf den Weg?

«Wir gehen nicht mit spezifischen Rangzielen in die Wettkämpfe. Es geht darum, die bestmögliche Leistung abzurufen. Wenn unsere Athletinnen und Athleten das bringen, was sie im Training und am Sonntag in der Mixed-Staffel gezeigt haben, kommt es gut. Unser Teamleader Benjamin Weger ist absolut top in Form, besser als zum selben Zeitpunkt vor einem Jahr. Er strahlt am Schiessstand eine enorme Sicherheit aus.»