Viertägige Freestyle-Action in Leysin

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Foto: Ruedi Flück

Vier Tage lang kämpften die Freeskier und Snowboarder um Europacup-Punkte im Park von Leysin. Anlässlich der Audi Snowboard Series und der Swiss Freeski Tour wurde in beiden Sportarten sowohl ein Halfpipe- als auch ein Slopestyle-Wettkampf durchgeführt.

In den letzten Tagen war im Leysin Snowpark so einiges los. Was alles geschah und wer wann die besten Tricks zeigte – hier findest du den Überblick.

Freeski Halfpipe
Am Samstag starteten die Wettkämpfe mit dem Freeski-Europacup in der Halfpipe. Bei launischem Wetter zeigten alle Athleten drei Runs, von welchen der beste gezählt wurde. Da die grossen Namen der Freeski-Szene zurzeit in Aspen an den Weltmeisterschaften ihr Können zeigen, bat sich die Chance für die jungen Athleten, Europacup-Punkte zu sammeln. Der Sieg ging dann auch tatsächlich an einen der jüngsten Athleten im Starterfeld: der 14-jährige Henry Sildaru aus Estland zeigte einen fast perfekten Run und konnte sich mit 91 Punkten deutlich den 1. Platz sichern. Im 2. Rang klassierte sich der Deutsche Marius Reck mit 74 Punkten. Auf das unterste Treppchen durfte der ebenfalls 14-jährige Schweizer Lars Ruchti steigen und erreichte damit sein Karriere-Bestresultat.

Snowboard Halfpipe
Am Montag waren die Snowboarderinnen und Snowboarder an der Reihe, die Steilwände der Pipe hochzuspringen. Das Wetter spielte verrückter als am Vortag und es gab zwischendurch immer wieder kleine Schneeschauer. Dank der Arbeit des Teams vom Leysin Snowpark konnten trotz schwierigen Schneeverhältnissen faire Wettkämpfe durchgeführt werden.

Scheinbar machte den Schweizer Athletinnen und Athleten das Wetter nichts aus, denn sie zeigten sehr gute Leistungen. Fünf der sechs Podestplätze gingen an die Schweiz: bei den Frauen ging der Sieg mit der deutlichen Bestpunktzahl von 83.3 an Elena Schütz. Isabelle Lötscher sicherte sich mit 77 Punkten den zweiten Rang. Komplettiert wurde das Podest von der Deutschen Kona Ettel. Bei den Männern machten die Schweizer die Podestplätze unter sich aus. Mit 88.3 Punkten holte sich Elias Allenspach vor Victor Ivanov den Sieg. Jonas Hasler wurde Dritter.

Freeski Slopestyle
Parallel zum Snowboard Halfpipe Contest zeigten die Freeskier am Montag in der Slopestyle-Qualifikation ihre besten Sprünge über drei Kicker und drei Rails. Die besten 18 Athleten qualifizierten sich dabei für das Final vom Dienstag. Bei den Frauen starteten lediglich sechs Athletinnen, weshalb diese keine Qualifikation fahren mussten. Sie absolvierten, wie die 18 besten Männer, am Dienstag zwei Runs, von welchen der beste gezählt wurde.

Der Schweizer Valentin Morel, welcher den Sprung ins Finale nur knapp geschafft hat, zeigte am Dienstag einen ausserordentlich guten Run (94 Punkte) und konnte dadurch zuoberst aufs Treppchen steigen. Platz 2 ging mit 92 Punkten an den Österreicher Daniel Bacher. Im 3. Rang klassierte sich mit Nicola Bollinger ein weiterer Schweizer.

Bei den Frauen ging der Sieg nach Italien. Elisa Maria Nakab konnte sich nach einem Sturz beim ersten Durchgang gut fangen und lieferte in ihrem zweiten Run ab (87.7 Punkte). Mit ihr durften zwei Schweizerinnen aufs Podest steigen. Anouk Andraska (75.3 Punkte) belegte vor Michelle Rageth (70.7 Punkte) den 2. Rang.

Snowboard Slopestyle
Die Freestyle-Tage in Leysin wurden bei schönstem Wetter mit dem Snowboard-Slopestyle-Wettkampf am Mittwoch beendet. Auch in dieser Disziplin konnten die Schweizer Snowboarderinnen und Snowboarder abliefern und räumten wieder fünf von sechs Podestplätzen ab. Die 14-jährige Engländerin Mia Brookes war jedoch wieder einmal unschlagbar holte sich mit unglaublichen 97.3 Punkten ihren vierten Podestplatz und zweiten Sieg im Europacup. Die Judges und auch der Trainer von Brookes sind überzeugt, dass sie neue Massstäbe für die Frauen im Snowboard Freestyle-Sport setzen wird. Der zweite Platz ging an Ariane Burri (77.3 Punkte), der damit, nach einer bisher schwierigen Saison mit vielen Verletzungen, die Rückkehr in den Europacup gelang. Bianca Gisler sicherte sich mit 73 Punkten den 3. Platz.

Bei den Männern gab es erneut ein Schweizer Podest. Jonas Junker zeigte in seinem ersten Final-Run grosses Selbstvertrauen und stieg direkt mit sehr schwierigen Tricks ein. Dies bezahlte sich aus, denn alle diese führte er sauber und mit viel Style aus. Somit sicherte er sich auch mit diesem Run den Sieg (92.7 Punkte). Der 2. Platz ging an Boris Mouton (88.3 Punkte), welcher sich damit sein erstes Podest in dieser Saison sicherte. Der Zentralschweizer Martin Lässer (86.3 Punkte) klassierte sich im 3. Rang.

Livestream
Das erste Mal bei einem Freestyle-Europacup in der Schweiz wurden die Slopestyle-Wettkämpfe mit einem Livestream übertragen. Auf dem Swiss-Ski Youtube-Kanal konnten die Zuschauer mit den Athleten mitfiebern und ihre Tricks bestaunen. Besonders in dieser Saison, wo keine Zuschauer vor Ort erlaubt sind, freuten sich die Athleten sehr darüber, dass ihre Familien und Fans die Wettkämpfe live mitverfolgen konnten.