Patrick Burgener und David Hablützel triumphieren in der Halfpipe

25. Januar 2016


Snowboard Freestyle: Laax Open


Die Schweizer Halfpipe-Fahrer hinterliessen am Laax Open einen ausgezeichneten Eindruck. Pat Burgener und David Hablützel belegten im hochdotierten Heimevent die Ränge Zwei und Drei. Damit bestätigt das Swiss-Snowboard Team seine Dominanz in der Halfpipe. In der Weltrangliste klassieren sich derzeit fünf Schweizer in den Top 11.

 

"Das ist ziemlich verrückt", frohlockte Burgener nach dem grössten Erfolg seiner Karriere. Via Qualifikation und Halbfinal schaffte es der 21-jährige Walliser in der grössten Pipe der Welt beinahe zuoberst auf das Podest. Das Laax Open war Burgeners erster Halfpipe-Wettkampf auf höchstem Niveau seit drei Jahren, seine ersten beiden Finalläufe waren eine Augenweide. Erst das 17-jährige japanische Wunderkind Hirano schaffte es im dritten Durchgang, die Marke des führenden Schweizers zu überbieten. Burgener konnte nicht mehr kontern, dennoch waren Klassierung und Punktzahl überragend.

 

Nach verletzungsbedingten Rückschlägen vor den Olympischen Spielen 2010 und 2014 hatte sich Burgener nach der letzten Saison entschieden, anstatt auf Slopestyle wieder vollumfänglich auf seine ursprüngliche Disziplin zu setzen. Auf dem Crap Sogn Gion zahlte sich die Massnahme ein erstes Mal aus. Burgener erhielt sieben Jahre nach seinem Triumph im Laaxer Junioren-Wettkampf die Bestätigung, auf diesem Level mit den Weltbesten mithalten zu können.

 

Dazu gab es für Burgener ein Preisgeld von 35'000 Dollar. "Das tut nach den schwierigen Jahren mit viel Verletzungspech gut", freute er sich über seinen für Trainer und Betreuer nicht ganz überraschenden Coup. "Gerade in den vergangenen Wochen im Training in den USA konnte ich mich weiter verbessern. Auf dieser Basis möchte ich nun aufbauen." In Copper Mountain hatte der begnadete Musiker im NorAm-Cup Mitte Dezember zwei Podestplätze erreicht, während seine Teamkollegen in Breckenridge auf der hochdotierten Dew Tour unterwegs gewesen waren.

 

Mit David Hablützel klassierte sich in Abwesenheit des im Halbfinal gescheiterten Teamleaders Iouri Podladtchikov ein zweiter Schweizer in den Top 3. "Bereits während der Trainings fühlte ich mich gut, im Wettkampf konnte ich mich mit jedem Run steigern", so Hablützel. Dank einer Premiere stiess der 19-jährige Zürcher vom 4. in den 3. Rang vor. "Es freut mich, dass mir dies auch dank einem Trick gelungen ist, den ich erst vor kurzem gelernt habe. Den Frontside Double Cork 1080 (dreifache Rückwärts-Rotation über die vordere Brettseite) habe ich erst seit dem Training vom Donnerstag im Repertoire."

 

Für Cheftrainer Pepe Regazzi war der Wettkampf in Laax "der beste, den ich seit langem erlebt habe". Das war der ausgezeichneten Organisation und den hervorragenden Leistungen seines Teams geschuldet. Mit Routinier Christian Haller (10.), stellten die Schweizer drei der elf angetretenen Finalisten. Und nach den Laax Open zeigt auch der Blick auf die Weltrangliste: Die Schweiz ist eine Halfpipe-Nation! 


Autor: uhr

Fotos: Keystone