Simon Ammann springt auf die Ränge 10 und 8
15. Januar 2012
Skifliegen: Weltcup Kulm
Simon Ammann ist zwar wieder gesund, aber noch nicht ganz im Vollbesitz seiner Kräfte. Nachdem er die Vierschanzentournee krankheitsbedingt nach drei Stationen verlassen hatte, kehrte Ammann im Salzkammergut ins Wettkampfgeschehen zurück. Der beste Flug gelang Ammann im ersten Durchgang des zweiten Wettkampfs. Er belegte den 8. Zwischenrang, den er im Final erfolgreich verteidigen konnte. Beim "Frühschoppen" in einem Durchgang am Vormittag war Ammann Zehnter geworden. Das Mammut-Programm war eine Folge des misslichen Wetters am Samstag, als böiger Wind und teilweise heftiger Schneefall wie schon am Freitag dazu geführt hatten, dass die Skiflieger im Hangar bleiben mussten.
Für Ammann begann am Kulm, wo er 2009 und 2010 zweimal Zweiter und einmal Dritter geworden war, die Vorbereitung auf die Skiflug-WM Ende Februar in Vikersund (No), sein zweites grosses Ziel dieses Winters. Der Titelverteidiger wird eine Woche vor der WM in Oberstdorf zu einem weiteren Skiflug-Wochenende antreten. Die übernächste Weltcup-Destination Sapporo, wo er 2007 Weltmeister von der Grossschanze wurde, lässt Ammann aus, um in einem Trainingslager an seiner Form zu arbeiten.
Die tragische Figur vor 30'000 Zuschauern war Gregor Schlierenzauer. Nachdem der Tournee-Sieger und Topfavorit am Vormittag nur Siebter geworden war, liess er das Publikum am Nachmittag an einer skurrilen Bastelstunde teilhaben. Als Schlierenzauer auf der Brustseite den Anzug schliessen wollte, ging der Reissverschluss kaputt. Der Tiroler selber, ein Helfer und ein Vorspringer konnten den Schaden mit Sicherheitsnadeln und Klebeband zwar behelfsmässig reparieren. Doch reglementskonform war die Flickerei nicht.
Schlierenzauer wusste das genau. Doch er wollte sich keine Blösse geben, bemühte sich erfolgreich um Coolness - und legte einen Flug hin, der locker zum Sieg gereicht hätte. Statt zu jubeln eilte Schlierenzauer schnurstracks zur Materialkontrolle, wo sich seine Befürchtungen bestätigten: Disqualifikation im zweiten Durchgang, Rang 30 statt Rang 1. Schlierenzauer machte gute Miene zum unglücklichen Spiel - als ob er einen weiteren Beweis für seinen Reifeprozess vom Stänkerer zum fairen Sportsmann hätte liefern wollen.
Der grosse Profiteur hiess Anders Bardal, der 16,4 Punkte weniger totalisiert hatte als Schlierenzauer. Der 29-jährige Norweger erbte den Sieg - seinen ersten auf einer Flugschanze, den zweiten in diesem Winter nach Engelberg und den dritten der Karriere. Bardal wurde auf dem Podest vom Japaner Daiki Ito und vom Polen Kamil Stoch flankiert. Am Vormittag hatte sich mit Robert Kranjec ein Skiflug-Spezialist durchgesetzt. Der 30-jährige Slowene, der am Kulm schon vor zwei Jahren gewonnen hatte, verwies Thomas Morgenstern und Bardal auf die weiteren Podestplätze.
Autor: Sportinformation/csl
Fotos: NordicFocus










