Katrin Müller meldet sich mit einer Finalteilnahme zurück im Weltcup

08. März 2016


Skicross: Weltcup Final in Arosa (SUI), Speed


Katrin Müller knapp neben dem Podest

Katrin Müller knapp neben dem Podest

Das Swiss-Ski Team bot auf dem spektakulären Speed-Kurs am Weltcuprennen in Arosa im Rahmen einen versöhnlichen Saisonabschluss.

 

Müllers Exploit

Für das beste Ergebnis der Gastgeber sorgte überraschend Katrin Müller. Die Tessinerin ist nach langer Reha-Phase (Knorpelschaden im Knie) behutsam zurückgekehrt. In Arosa erreichte sie erstmals seit über zwei Jahren den letzten Run des Tages. „Ich bin mega happy“, freute sich Katrin Müller. „Ich wusste, dass ich schnell sein kann, der Sprintmodus kam mir und meinem Knie auch sicher auch entgegen. Dass ich ein solches Come-Back im Weltcup gegen die stärksten Fahrerinnen der Welt geben kann, ist natürlich umso schöner. Ich bin zurück und kann diesen Drive in die kommende Saison mitnehmen.“ Katrin Müller wird in den nächsten Wochen noch die restlichen Europacup-Rennen fahren und dort ihre Spitzenplatzierung in der Gesamtwertung verteidigen. „Der Europacup hat mir sehr viel geholfen und so konnte ich mich auch wieder Schritt für Schritt zurückkämpfen“, erklärt Tessinerin.

 

Müllers Exploit ist der Kontrastpunkt zum übrigen Teil der Frauen-Equipe. Pfäffli spricht von einem "Totalausfall", zielt aber nicht auf verpasste sportliche Vorgaben. Er meint das umfangreiche medizinische Bulletin. Im Verlauf der letzten drei Monate verlor Pfäffli nahezu alle Hoffnungsträgerinnen wegen mehrheitlich schwerer Verletzungen: Fanny Smith, Priscilla Annen und vor einer Woche erneut Sanna Lüdi, die einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitt und monatelang pausieren muss.

 

Durchzogene Bilanz für Arosa - und die ganze Saison

Alex Fiva, der Sieger von 2014, sorgte im starken der Männerfeld mit seiner sechsten Halbfinal-Qualifikation in diesem Winter für das beste Schweizer Resultat. Im Halbfinal-Heat verlor er aber das Duell mit dem letztjährigen schwedischen Dominator Victor Oehling Norberg und dem Ex-Weltmeister Christopher Delbosco klar. Im keinen Final kam Fiva leider kurz vor der Schlüsselstelle zu Fall und überquerte die Ziellinie als Letzter „Mit einem achten Platz darf ich natürlich nicht zufrieden sein“, erklärt Alex Fiva nach dem Rennen. „Aber der Rennverlauf heute wiederspiegelt in etwa meine ganze Saison, die von einem Auf und Ab geprägt war.“

 

Tatsächlich ist die vergangene Saison nur vereinzelt nach dem Gusto des Schweizer Teams verlaufen. Zu oft scheiterten die Swiss-Ski-Vertreter bereits in der Qualifikation bzw. bereits vor dem Final. Angesichts ihres Potenzials entsprechen nur ein Sieg und gesamthaft vier Top-3-Klassierungen in zwölf Rennen Ertrag nicht den Erwartungen.

50 Prozent der Podiumsplätze erreichte Jonas Lenherr. Der St. Galler stieg im ambitionierten Team zumindest im Weltcup-Ranking mit 311 Punkten zur Schweizer Nummer 2 hinter dem achtplatzierten Fiva auf.  In Arosa scheiterte Lenherr nach einem Fehlstart im Viertelfinal.

"Meine Saison-Bilanz fällt durchzogen aus", beurteilt Nationalcoach Ralph Pfäffli die Saison. "Es wäre mehr dringelegen." Sie seien nur vereinzelt auf Touren gekommen, so Pfäffli. "Es war eine klassische On-Off-Saison." 

 

Das Bekenntnis von Kurdirektor Pascal Jenny

Zum neuen Speed-Format zeigte sich das Schweizer Team nach anfänglicher Skepsis positiv überrascht: "Für die Zuschaer ist dieses Format natürlich sehr interessant, da man vom Start bis zum Ziel alle Abschnitte sehen kann", sagte Ralph Pfäffli. "Als Ergänzung zu den Standard-Weltcup Rennen und vor allem als City-Event hat dieses Format auf jeden Fall Zukunft."

Arosa wird auch weiterhin im Weltcup-Kalender der FIS figurieren. Kurdirektor Pascal Jenny ist nach wie vor bereit, der Schweizer Skicross-Szene einen Top-Event zu bieten. "Bis zu den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang machen wir sicher weiter."


Autor: sda/ehg

Fotos: GEPA pictures