Wendy Holdeners Hoch

06. März 2016


Ski alpin: Weltcup-Slalom Frauen Jasna


Wendy Holdener hat ihr aktuelles Hoch zu einem weiteren Podestplatz genutzt. Die Schwyzerin wird im Weltcup-Slalom in Jasna in der Slowakei hinter der unantastbaren Amerikanerin Mikaela Shiffrin Zweite.

 

Es läuft derzeit rund bei Wendy Holdener. Am vorletzten Dienstag im Parallelslalom der erste Sieg im Weltcup, fünf Tage später Platz 2 in der Kombination in Soldeu in Andorra und nun die zweite Klassierung unter den ersten drei in ihrer angestammten Disziplin in diesem Winter, nachdem es schon kurz vor dem Jahreswechsel in Lienz im Osttirol zu Rang 2 gereicht hatte. Die gestrige Vorstellung steht am bisherigen Ende der Bilanz einer Saison, während der sich die Unteribergerin im Slalom eine ungemein hohe Konstanz angeeignet hat. Diese Konstanz wiederum verleiht zusätzliches Selbstvertrauen, wie es Wendy Holdener in Jasna demonstrierte. "Im zweiten Lauf habe ich versucht, eine freche Linie zu fahren. Dass es so gut aufgeht, hätte ich aber nicht gedacht."

 

Der nächste Schritt

Mit Ausnahme von Platz 20 im zweiten Rennen in Aspen, Colorado, hat sich Wendy Holdener stets unter den ersten neun eingereiht. Der vor Saisonbeginn als Ziel definierte Schritt Richtung Spitze der Hierarchie im Slalom ist getan. Dank der im Training und Wettkampf erarbeiteten Sicherheit ist die nächste, finale Vorgabe, stets in den Kampf um die Podestplätze eingreifen zu können, für Wendy Holdener kein übertriebenes Ansinnen mehr. Ein weiteres Augenmerk wird sie auf die Fortschritte im Riesenslalom werfen. Als gefestigte Slalom-Spezialistin dürfte ihr auch die Umsetzung dieses Plans etwas leichter fallen. Grösser sind die Erfolgsaussichten zumindest im Moment indessen in der Kombination. Die Freude am Tempobolzen, gepaart mit dem Können im Stangenwald, erlaubt es, auch in dieser Sparte von Grösserem zu träumen - gerade auch mit Blick auf die Weltmeisterschaften im kommenden Jahr in St. Moritz.

 

Wendy Holdeners Stärke dürfte auch auf die (Weiter-)Entwicklung in der Slalom-Equipe von Swiss-Ski positiven Einfluss nehmen. In Jasna hat der Sog der Teamleaderin allerdings nicht in erhofftem Umfang gewirkt. Denise Feierabend und Charlotte Chable waren wohl im zweiten Lauf dabei, mit den Rängen 21 beziehungsweise 25 blieben sie indessen hinter den (eigenen) Erwartungen zurück, zumal die Platzierungen auch nicht ausreichten, um bei letzter Gelegenheit die Qualifikation fürs Saisonfinale von nächster Woche in St. Moritz zu schaffen. Die Obwaldnerin und die Waadtländerin nehmen in der Disziplinenwertung gemeinsam Rang 28 ein. Startberechtigt beim Ausklang sind aus den jeweiligen Weltcup-Klassementen die ersten 25.

 

Michelle Gisin, die Nummer 2 in der Schweizer Slalom-Truppe, und Lara Gut hatten einen Einfädler zu beklagen und schieden im ersten Lauf aus. Lara Gut war mit Blick auf die Kombination vom nächsten Sonntag in Lenzerheide angetreten.

 

2,36 Sekunden Vorsprung

Trotz aller Fortschritte liegt derzeit auch für Wendy Holdener bei normalem Rennverlauf eine Konkurrentin ausser Reichweite: Mikaela Shiffrin. Die Amerikanerin thront im Slalom hoch über allen. Dass auch die über zwei Monate dauernde Verletzungspause ihrer Ausnahmestellung nichts anhaben konnte, hatte die Olympiasiegerin und zweifache Weltmeisterin bei ihrer Rückkehr vor drei Wochen mit dem Sieg in Crans-Montana deutlich gemacht.

 

Zur Freude der zu Tausenden an die Strecke gepilgerten einheimischen Zuschauer wurde Veronika Velez Zuzulova Dritte. Die Schwedin Frida Hansdotter klassierte sich lediglich als Zehnte. Dies reichte gleichwohl, um schon vor dem Finale in St. Moritz den Sieg im Disziplinen-Weltcup sicherzustellen.

 

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Autor: sda / fkf

Fotos: keystone