Holdener mit Tagessieg und kleiner Kristallkugel - Gut fährt aufs Podest und hat die grosse Kugel in Griffnähe

13. März 2016


Ski Alpin: Weltcup in der Lenzerheide (SUI)


Lara Gut gratuliert Wendy Holdener, die ihr Glück nicht fassen kann.

Lara Gut gratuliert Wendy Holdener, die ihr Glück nicht fassen kann.

Der Tagessieg am Sonntag in der Lenzerheide und damit die kleine Kristallkugel ging an Wendy Holdener. Die Schwyzerin, schon nach dem Slalom an erster Position, setzte sich mit 46 Hundertsteln Vorsprung vor der Österreicherin Michaela Kirchgasser durch. "Nachdem ich im oberen Teil von der Ideallinie geraten bin, habe ich den Sieg schon verloren geglaubt", erklärt Wendy Holdener auf dem Siegerpodest im Zielraum. "Danach wollte ich einfach noch irgendwie ins Ziel kommen und konnte es kaum fassen, als ich die Zeit gesehen habe." Lara Gut als Dritte lag um 47 Hundertstel hinter Holdener zurück, die zum zweiten Mal im Weltcup triumphierte.

Die kleine Kristallkugel für den Sieg in der Disziplinenwertung - ihre erste der Karriere - sicherte sich damit Holdener mit 38 Punkte Vorsprung auf Gut und 45 auf Kirchgasser.

 

Ein Top-Resultat gelang am Sonntag auch Denise Feierabend. Die Engelberger Slalom-Spezialistin verpasste als Vierte ihren ersten Podestplatz nur um vier Hundertstel. Im Weltcup war Feierabend zuvor noch nie besser als Sechste gewesen.

 

Fünf Punkte hatten Lara Gut nach dem Super-G vom Samstag noch zum Gewinn der grossen Kristallkugel gefehlt. Diese fünf Punkte sicherte sich die 24-jährige Tessinerin tags darauf in der Kombination ebenso problemlos wie souverän. Von Rang 9 nach dem Slalom-Lauf verbesserte sie sich am Nachmittag im Super-G trotz teilweisem Blindflug im Nebel noch an die dritte Stelle. Damit beseitigte Gut die allerletzten Zweifel, wer den Gesamtweltcup gewinnen wird. Ihre Marge auf Viktoria Rebensburg beträgt nun 355 Punkte. Die Bayerin, die auf einen Start zur Kombination verzichtete, wird am kommenden Wochenende beim Finale in St. Moritz den Slalom auslassen. Somit könnte Rebensburg im besten Fall bei ihren Teilnahmen an Abfahrt, Super-G und Riesenslalom im Engadin noch 300 Punkte dazugewinnen. Selbst bei drei Nullern bliebe Gut vorne.

 

Gut selbst blieb, nachdem ihr grösster Triumph der Karriere definitiv feststand, gänzlich nüchtern: "Nun habe ich Ruhe zu diesem Thema." Auch gefeiert werde vor dem 20. März, dem Tag des letzten Saisonrennens in diesem Weltcup-Winter, nicht, sagte die Tessinerin im TV-Interview mit SRF: "Ich habe schliesslich noch drei Rennen zu fahren. Auf diese will ich mich gänzlich konzentrieren."


Autor: sda/ehg

Fotos: Keystone