Lara Gut krönt ihre grossartige Saison

20. März 2016


Ski Alpin: Weltcupfinale St. Moritz


Gleich dreimal durfte Lara Gut am Sonntag beim Finale in St. Moritz das Siegerpodest erklimmen: zunächst als Dritte des Riesenslaloms, dann als Dritte der Disziplinenwertung und schliesslich - als Höhepunkt ihrer grossartigen Saison - als Gesamtweltcupsiegerin.

 

 

 

Spätestens seit Sonntag vor einer Woche wusste Lara Gut, dass sie am Schlusstag in St. Moritz die grosse Kristallkugel würde in Empfang nehmen können. Als sie diese dann endlich in der Hand hatte, zeigte sich die 24-jährige Tessinerin zwar sichtlich bewegt, ohne aber völlig von den Emotionen mitgerissen zu werden. Gut betonte ein weiteres Mal, dass sie nie vom Gesamtweltcupsieg geträumt habe: "Mein Plan in dieser Saison war wirklich so, Rennen für Rennen zu nehmen. Alle haben mich immer wieder darauf angesprochen, deshalb ist es cool, dass ich die Kugel nun gekriegt habe. Aber um das Ganze zu verarbeiten, werde ich noch einige Zeit brauchen." Sie verabschiede sich nun für eine Woche in die Ferien. "Auf den Ski stehe ich erst in zehn Tagen wieder."

 

Lob erhielt Gut, die in der Gesamtwertung am Ende um fast 300 Punkte vor der zweitklassierten Amerikanerin Lindsey Vonn blieb, von ihrer Vorgängerin und guten Freundin Anna Fenninger. "Ich freue mich, dass es gerade Lara ist. Nach dieser Saison hat sie den Gesamtsieg wirklich verdient", so die in diesem Winter verletzt ausgefallene Österreicherin. Auch Vonn verpasste die Schlussphase der Saison wegen einer Knieverletzung.

 

Gut selbst freute sich am Sonntag explizit auch über Rang 3 im Riesenslalom hinter Siegerin Viktoria Rebensburg und Taina Barioz. Mit ihrem 13. Podestplatz des Winters stellte die Tessinerin ihre Konstanz unter Beweis. Insgesamt gewann sie in diesem für sie so erfolgreichen Winter sechs Saisonrennen in vier verschiedenen Disziplinen.

 

Trotz ihres Sieges in St. Moritz stand die Deutsche Rebensburg auch auf der Verliererseite. Denn Eva-Maria Brem, die Leaderin nach dem ersten Lauf, rettete sich als Vierte ins Ziel. Dies reichte der 27-jährigen Österreicherin mit gerade noch zwei Punkten Vorsprung zu ihrem ersten Gewinn der kleinen Kristallkugel im Riesenslalom-Weltcup. Wäre Brem nur fünf Hundertstel langsamer gewesen, wäre die kleine Kugel zum dritten Mal nach 2011 und 2012 an Rebensburg gegangen. Brem zeigte sich unglaublich konstant, sie klassierte sich in acht der neun Riesenslaloms in den ersten vier.

 

Im Slalom der Männer, den der Schwede André Myhrer mit 0,14 Sekunden Vorsprung vor Gesamtweltcupsieger Marcel Hirscher gewann, konnte Daniel Yule seine überraschend gute Ausgangslage nach dem ersten Lauf nicht nutzen. Der 23-jährige Unterwalliser fiel im Finaldurchgang noch um zehn Positionen auf den 11. Rang zurück. Am Morgen hatte er sich mit Bestzeit an die Spitze gesetzt, doch gleich 17 Fahrer waren innerhalb einer Sekunde geblieben.

 

In der Entscheidung wurde Yule, ohne dass er einen schweren Fehler begangen hätte, nach hinten durchgereicht. Somit bleibt sein bisher bestes Ergebnis im Weltcup der 6. Platz von Anfang Januar in Santa Caterina. Mit sieben Top-15-Platzierungen in diesem Winter hielt sich Yule immerhin in den ersten 15 der Weltrangliste.


Autor: sda / uhr