Gut und Feuz phänomenal

17. März 2016


Ski Alpin: Weltcupfinale St. Moritz


Das Ski-Festival in St. Moritz geht weiter: Lara Gut sicherte sich heute mit ihrem zweiten Platz im Super-G nicht nur einen weiteren Podestplatz, sondern auch die kleine Kristallkugel. Beat Feuz erstaunt weiter und gewinnt nach seinem Abfahrtssieg von gestern auch heute im Super-G.  

Lara Gut, die bereits letzte Woche den Sieg im Gesamt-Weltcup fixierte, hatte schon vor ihrem Start gewusst, dass ein 6. Platz für den Gewinn der kleinen Kristallkugel in jedem Fall reichen würde. Und so war nach ihrer Zieldurchfahrt alles klar. Die Bestzeit der Liechtensteinerin Tina Weirather verpasste Lara Gut zwar um 41 Hundertstel, aber dies reichte, um sich nach 2014 zum zweiten Mal als beste Super-G-Fahrerin des Winters auszeichnen zu lassen.

Grund zum Strahlen hatte aber auch Tina Weirather. Die Liechtensteinerin, die schon in La Thuile triumphiert hatte, eroberte sich ihren zweiten Saisonsieg, den sechsten ihrer Karriere. Und vor allem erstaunte, dass ihr dies in St. Moritz trotz einem schweren Fehler gelang. Die 26-Jährige wäre beinahe wie sieben ihrer Gegnerinnen ausgefallen, doch sie konnte sich knapp im Rennen halten - letztlich mit Bestzeit.

Corinne Suter egalisierte als Siebente ihr bisher bestes Ergebnis im Super-G. Die genau gleiche Platzierung hatte die erst 21-Jährige zuvor im Januar in Cortina geschafft. Fabienne Suter, tags zuvor in der Abfahrt als Zweite auf dem Podium, riskierte indes etwas gar viel - offensichtlich im Bestreben, nach ihren vielen Ehrenplätzen endlich einmal auch zu gewinnen. Dabei beging sie aber zu viele Fehler. Dennoch reichte es der 31-Jährigen zu Rang 10.

Beat Feuz gewinnt nach seinem Sieg vom Vortag in der Abfahrt beim Finale in St. Moritz auch den Super-G. Der Emmentaler zeigt nochmals eine grandiose Vorstellung. Mit der Nummer 6 legte Beat Feuz eine Bestzeit vor, an die kein anderer heran kam. Mit 10 Hundertsteln Rückstand teilten sich die beiden Norweger Kjetil Jansrud und Aleksander Kilde Platz 2. Damit sicherte sich der erst 23-jährige Kilde die kleine Kristallkugel für den Sieg im Super-G-Weltcup.

Was soll man zu diesem Beat Feuz nur sagen? Auch dem Berner fehlten nach seinem neuesten Coup die Worte. Er habe nicht geglaubt, dass er im Super-G bereits wieder zu einem Sieg fähig sei, erklärte er nach seinem siebenten Weltcupsieg, dem dritten in dieser Disziplin. Deshalb sei er unbeschwert und locker an den Start gegangen. Erst die Woche zuvor in Kvitfjell hatte sich Feuz als Sechster überhaupt das Recht erkämpft, zum Super-G in St. Moritz antreten zu können. Und nun diese Steigerung.

Nach seinem Achillessehnenriss vom vergangenen Spätsommer hatte Feuz erst im Januar in Wengen sein Comeback gegeben. Praktisch ohne Training war er wieder eingestiegen. Im Gegensatz zur Abfahrt machte sich dieser Rückstand im Super-G zunächst noch stark bemerkbar, doch inzwischen ist Feuz auch in dieser Sparte wieder fähig zum Sieg, dem elften für Swiss-Ski in diesem Winter.

Eine starke Leistung auch Thomas Tumler. Der Bündner realisierte als Achter sein bestes Weltcup-Resultat. Bisher stand seine persönliche Bestmarke bei Rang 12, den der Samnauner im Dezember in Beaver Creek erreicht hatte. Ralph Weber und Carlo Janka belegten die Schlussränge 12 und 15, was auch ihnen noch Weltcuppunkte eintrug. Janka verpasste eine bessere Klassierung mit einem Ausrutscher, der ihn beinahe aus dem Rennen gerissen hätte.


Autor: uhr / sda