Beat Feuz erneut phänomenal

30. Januar 2016


Ski Alpin: Weltcup Abfahrt der Männer in Garmisch-Partenkirchen


Beat Feuz setzt seine märchenhafte Rückkehr fort. Der Emmentaler belegt in der Weltcup-Abfahrt in Garmisch Platz 3, bezwungen nur von den überraschenden Alexander Aamodt Kilde aus Norwegen und Bostjan Kline aus Slowenien.

 

Im Sommer werden Sieger gemacht, heisst es in alpinen Kreisen. Der Spruch mag seine Berechtigung haben, doch für Beat Feuz gelten offenbar andere Gesetze. Wohl nur er, mit so viel Talent und Fahrgefühl gesegnet wie kaum einer der aktuellen Fahrer im Weltcup, ist imstande, diese Weisheit ad absurdum zu führen. Dies tat er nun innert Wochenfrist zum zweiten Mal. Nach Rang 2 in Kitzbühel Platz 3 in Garmisch - Feuz ist endgültig wieder im Kreis der Besten angekommen.

 

Die Konkurrenten schwanken zwischen Anerkennung und Erstaunen, die Trainer verneigen sich, die Medien überbieten sich mit Superlativen. "Phänomen" und "Genie" haben nicht erst seit vergangenem Samstag Hochkonjunktur. Der Hochgelobte selber weiss nicht, wie ihm derzeit geschieht - nach der verpassten Vorbereitung, knapp fünf Monate nach der Operation an der rechten Achillessehne. Seine Rückkehr in Rekordzeit aufs höchste Level ist ihm ein Rätsel. "Ich kann das alles nicht begreifen und habe keine Erklärung dafür. Ich komme mir vor wie im Film."

 

In Garmisch hatte vorerst nichts auf einen weiteren Podiumsplatz hingedeutet. Feuz lag nach gut der Hälfte der Strecke noch mit fast neun Zehnteln Rückstand im Hintertreffen. "Wegen des fehlenden Trainings tu ich mich noch schwer damit, von Anfang an den Rhythmus zu finden. Und im unteren Teil konnte ich nicht abschätzen, wie meine Fahrt war." Gut war sie in jenen Abschnitten, sogar sehr gut. So gut, dass Feuz am Ende nur 24 Hundertstel zu Platz 1 fehlten.

 

In den Kampf um den Sieg hätte auch Carlo Janka eingegriffen. Der Bündner hatte die dritte Zwischenzeitmessung als Schnellster der Klassierten passiert, beging danach bei der Einfahrt in den berüchtigten Abschnitt mit dem treffenden Namen "Hölle" aber einen Fehler, der ihn aus den Traktanden fallen liess. "Da war ich zu optimistisch und riskierte zu viel", berichtete Janka verärgert. Jene Rechtskurve hatte es in sich - und nahm nicht nur wegen Jankas Patzer Einfluss auf den Ausgang des Rennens. Mit dem Österreicher Hannes Reichelt und dem Kanadier Erik Guay scheiterten dort zwei weitere Fahrer, die sich auf dem Weg Richtung Podest befunden hatten.

 

 

Youngster Niels Hintermann rangierte sich auf Platz 31 und verpasste somit die Punkteränge nur knapp.  Marc Gisin kam sieben Tage nach seinem Exploit in Kitzbühel nicht richtig auf Touren. Nach Rang 5 auf der Streif beendete er das Rennen in Garmisch auf Platz 33. 

 

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Autor: sda / uhr