Starker Tour-Auftakt des Schweizer Teams

01. Januar 2016


Langlauf: Tour de Ski Sprint Lenzerheide


Dario Cologna wartete am Neujahrstag zum Auftakt der zehnten Tour de Ski mit einer starken Leistung auf. Der Bündner stiess im Skating-Sprint bis in den Final vor und büsste so im Gesamtklassement gegenüber Tour-Favorit Martin Johnsrud Sundby nur sechs Sekunden ein. Insgesamt 8 Swiss-Ski Athleten qualifizierten sich für die Finalläufe und sorgten für einen perfekten Tour de Ski Auftakt.

 

Kurz vor dem Jahreswechsel hatte Dario Cologna die Teilnahme an den Halbfinals als Ziel ausgegeben, rund 24 Stunden später war anlässlich der 1. Etappe der Tour de Ski gar der erste Finalvorstoss in einem Sprint seit Mitte Februar 2013 Tatsache. Der 29-Jährige sicherte sich vor 12'000 Zuschauern als Sechster 42 Bonussekunden - deutlich mehr als von vielen erwartet.

 

"Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Grundsätzlich ist es natürlich schon mein Anspruch, auch in den Sprints weit zu kommen", sagte Cologna. Er spüre, dass seine Form gut sei. In Euphorie verfiel der dreifache Tour-de-Ski-Sieger selbstredend jedoch nicht. Cologna erinnerte daran, dass er vor Jahresfrist die erste Etappe in Oberstdorf gar gewonnen hatte. Ein Durchmarsch sei es deshalb in der Folge auch nicht geworden. Für das Massenstartrennen vom Samstag (Start 15.00 Uhr) lautet die Devise des Schweizer Teamleaders, von Beginn weg an der Spitze präsent zu sein. Während den 30 km im klassischen Stil wird viermal um Bonussekunden für die besten zehn gesprintet.

 

Jovian Hediger, der vor Weihnachten in Toblach mit Rang 4 sein bestes Weltcup-Ergebnis erreichte hatte, beklagte wie schon vor einem halben Monat in Davos Pech. Der Amerikaner Simeon Hamilton, der Sieger beim letzten Skating-Sprint in Lenzerheide vor zwei Jahren, fuhr ihm von hinten über die Ski und brachte den Romand ins Straucheln. Neben ihm schieden auch Roman Schaad, Jöri Kindschi und Roman Furger nach starken Leistungen in den Viertelfinals aus. Mit fünf Läufern in den Top 20 ist der Auftakt für das Schweizer Team optimal geglückt

 

Einmal mehr, wenn in der Schweiz ein Weltcuprennen ausgetragen wird, grüsste Federico Pellegrino von der obersten Stufe des Podests. Der Italiener verwies Sergej Ustjugow (RUS) und Finn Haagen Krogh (NOR) im Final auf die weiteren Ränge und hat nun sechs Weltcupsiege auf seinem Konto. Deren vier errang er im Kanton Graubünden.

 

Bei den Frauen zeichnete Laurien van der Graaff erwartungsgemäss für das beste Schweizer Ergebnis verantwortlich. Die nach wie vor durch eine Erkältung geschwächte Sprint-Spezialistin stiess bis in die Halbfinals vor, war dort jedoch chancenlos. "Mein Körper hat nicht mehr zugelassen", konstatierte Van der Graaff nach Platz 11. Mit Nadine Fähndrich und Nathalie von Siebenthal Finalläufe stiessen zwei weitere Athletinnen von Swiss-Ski in die K.o.-Runde vor. Fähndrich, die im Gegensatz zu Van der Graaff alle drei Etappen in Lenzerheide bestreiten wird, überraschte in der Qualifikation als Dritte. Bei ihrem erst dritten Einsatz auf Weltcup-Stufe durfte sich die Luzernerin zum dritten Mal über eine Klassierung in den Punkterängen freuen. "In den K.o.-Duellen fehlt mir noch etwas die Erfahrung, vielleicht ist auch der Respekt vor den namhaften Gegnerinnen noch etwas zu gross", so Fähndrich.

 

Der Tagessieg ging an die Norwegerin Maiken Caspersen Falla. Die Olympiasiegerin im Sprint triumphierte in der Biathlon-Arena von Lantsch/Lenz vor der Schwedin Ida Ingemarsdotter und ihrer Landsfrau Ingvild Flugstad Östberg. Für die Tour-Favoritin Therese Johaug bedeuteten derweil die Viertelfinals Endstation.


Autor: sportinformation/csl

Fotos: NordicFocus