Colognas eindrückliche Reaktion im Allgäu

06. Januar 2016


Ski nordisch: Langlauf, Tour de Ski, 5. Etappe


Dario Cologna nur um 18 Tausendstel am Triumph vorbei

Dario Cologna nur um 18 Tausendstel am Triumph vorbei

Ein ungewohntes Bild - kein Norweger unter den Top-3

Ein ungewohntes Bild - kein Norweger unter den Top-3

Dario Cologna freut sich über seinen 2. Rang

Dario Cologna freut sich über seinen 2. Rang

Dario Cologna meldete sich an der Tour de Ski eindrücklich zurück. Der Münstertaler lief in Oberstdorf als Zweiter über 15 km klassisch zum zweiten Mal in dieser Weltcup-Saison aufs Podest. Tour-Leader Martin Johnsrud Sundby gehörte zu den Geschlagenen. Dario Colognas Auf und Ab in dieser Saison fand auch in Bayern seine Fortsetzung. Obschon er von heftigem Husten geplagt wird, seine Erholung entsprechend darunter leidet, zeigte der 29-Jährige vor der Weiterreise nach Toblach die beste Leistung in diesem Winter. Cologna lief im zweiten Massenstartrennen der diesjährigen Tour de Ski stets an der Spitze, übernahm Führungsarbeit und gab nach Rennhälfte immer häufiger das Tempodiktat vor.

 

"Endlich konnte ich einmal meine volle Leistung bringen", freute sich Cologna nach seinem zweiten Podestplatz dieser Weltcup-Saison nach jenem Ende November in Kuusamo über 10 km Skating. Zu Beginn des Rennens habe er sich zwar noch etwas müde gefühlt, mit Fortdauer des Wettkampf habe er aber gemerkt, dass er diesmal mit dem Tempo an der Spitze keine Probleme bekundete. Cologna bog nach 28 Anstiegen als Zweiter auf die Zielgerade ein und kam dem vor ihm sprintenden Alexej Poltoranin immer näher. Letztlich war das Rennen für Cologna wohl aber um wenige Meter zu kurz. Er musste sich dem Kasachen in einem Fotofinish geschlagen geben; zum 22. Weltcupsieg fehlten dem Bündner lediglich 18 Tausendstelsekunden. Das Zielfoto erinnerte an den März 2015, als sich Cologna nach 50 km auf dem Holmenkollen in Oslo ebenfalls denkbar knapp hatte geschlagen geben müssen - damals dem Norweger Sjur Röthe. Beim Schweizer überwog diesmal jedoch die Freude: "Ich muss zufrieden sein mit dem 2. Platz. Vor dem Rennen habe ich nicht unbedingt geglaubt, dass es so gut aufgeht."

Im Tour-Gesamtklassement liegt Cologna vor den letzten drei Etappen in Italien als Achter 2:20 Minuten hinter dem Norweger Martin Johnsrud Sundby zurück. Dem Tour-Leader aus Oslo wurden erstmals in dieser Saison die Grenzen aufgezeigt; er verlor als 23. fast eine Minute auf Poltoranin und Cologna. Zum ersten Mal überhaupt in dieser Saison stand Sundby nach einem Langdistanzrennen nicht zuoberst auf dem Podest. Dass die Norweger der Siegerehrung nach einem Klassisch-Rennen fernbleiben mussten - der Italiener Francesco De Fabiani wurde Dritter -, war ebenfalls eine Premiere.

 

Drei Schweizer vor Sundby

Mit Petter Northug gehörte gleichwohl ein Athlet des "Norges Skiforbund" zu den Siegern des Tages. Der Rekordweltmeister vermochte an seinem 30. Geburtstag als Neunter den Rückstand auf Sundby fast zu halbieren und liegt nur noch mit 47 Sekunden im Hintertreffen. Für den siebenfachen Saisonsieger Sundby kommt der Ruhetag am Donnerstag jedenfalls wie gerufen; im Vergleich zu seinen Sprint-Auftritten tags zuvor an gleicher Stätte war der Tour-de-Ski-Sieger der vergangenen beiden Jahre nicht mehr wiederzuerkennen.

Colognas Rückstand auf den im Gesamtklassement drittplatzierten Russen Sergej Ustjugow wiederum beträgt nicht mehr 94, sondern 71 Sekunden. Mit Jonas Baumann, der als 13. sein mit Abstand bestes Saisonergebnis herauslief, und Toni Livers (16.) klassierten sich zwei weitere Schweizer vor Sundby. Anders als am vergangenen Samstag in Lenzerheide, als ebenfalls in einem Massenstartrennen klassisch gelaufen worden war, verfügte die Schweizer Equipe über hervorragendes Material an den Füssen.

Der Liechtensteiner Philipp Hälg errang als 28. erstmals in seiner Karriere Weltcup-Punkte. Das bisherige Bestergebnis des 24-Jährigen auf höchster Stufe war ein 53. Rang gewesen.


Autor: sda/ehg

Fotos: Nordic Focus