X-Games 2016 – Fabian Bösch katapultiert sich endgültig ins Rampenlicht

02. Februar 2016


Freestyle: X-Games in Aspen (USA)


Grosse Freude über die X-Games-Goldmedaille, von links: Physiotherapeutin Christine Bittel, Fabian Bösch sowie die beiden Coaches Dominik Furrer und Misra Toriainen.

Grosse Freude über die X-Games-Goldmedaille, von links: Physiotherapeutin Christine Bittel, Fabian Bösch sowie die beiden Coaches Dominik Furrer und Misra Toriainen.

Triumph für das Swiss Freeski Team: Fabian Bösch gewinnt an seiner X-Games-Premiere die Goldmedaille, Elias Ambühl holt zum vierten Mal Bronze.

Triumph für das Swiss Freeski Team: Fabian Bösch gewinnt an seiner X-Games-Premiere die Goldmedaille, Elias Ambühl holt zum vierten Mal Bronze.

Im Skicross verfehlte Alex Fiva nur knapp das Podest.

Im Skicross verfehlte Alex Fiva nur knapp das Podest.

Der Halfpipe-Wettkampf der Männer wurde von einem Schneesturm beeinträchtigt.

Der Halfpipe-Wettkampf der Männer wurde von einem Schneesturm beeinträchtigt.

Von Donnerstag bis Sonntag wurde in Aspen (Colorado, USA) auf allerhöchstem Niveau gefreestylt – und das nicht zu knapp. Für die prestigeträchtigen und mit einigem Preisgeld versehenen X-Games hatten dreizehn Schweizer eine der begehrten Einladungen erhalten. X-Games 2016: die Schweizer Bilanz nach einem etwas verrückten Wochenende!


Die diesjährigen X-Games in Aspen (USA) waren aus Schweizer Sicht von unterschiedlichsten Ereignissen geprägt: Sensationelle Sprünge, grossartiger Kampfgeist, glänzende Goldplakette und Sonnenschein, aber auch von Schneestürmen, heftigen Verletzungen und hauchdünnen Entscheidungen. Auch die Fahrerinnen und Fahrer durchlebten die gesamte Palette der Gefühle: Unbändige Freude, sichtlichem Stolz, grosse Dankbarkeit, aber auch viel Schmerzen, böse Enttäuschung und traurige Gewissheit.


Freeski: Grossartige Leistung des Schweizer Teams


Für einen sensationellen Triumph sorgten die Freeskier: Fabian Bösch holte an seiner X-Games-Premiere sogleich die Goldmedaille und Elias Ambühl errang wie bereits 2010, 2013 und 2015 Bronze.


Bei heftigem Schneefall fand in der Nacht auf Sonntag die Final-Session der Big Air Freeskier statt. Dabei setzte sich der 18-jährige Fabian Bösch mit seinen ersten zwei Sprüngen (total 86.00 Punkten) vor dem 24-jährigen, amerikanischen Lokalmatador und dreifachen X-Games Sieger Bobby Brown (85.00) durch. „Ich hätte nie gedacht, dass das heute passieren würde“, freute sich Bösch über seine Goldmedaille. Trotz den widrigen Bedingungen war Bösch der Einzige, der seine Triple-Cork-Kombinationen zum Besten gab und zweimal einen anspruchsvollen Trick sauber landen konnte.


Freud und Leid erfuhr Elias Ambühl: Er triumphierte mit seinen ersten zwei Runs und sprang mit 84.00 Punkten auf den dritten Platz. Der vierte und letzte Sprung endete allerdings mit unschönen Folgen. „Bei der Landung hat es mich leicht überdreht, die Skier griffen sofort im klebrigen Schnee und dann kam es zum Sturz“, schildert der 23-Jährige. Die ersten Untersuchungen bestätigten den Verdacht: das linke, hintere Kreuzband ist gerissen. Für Ambühl bedeutet dies das vorzeitige Saisonaus.


Die zwei weiteren Schweizer Freeskier, der dreimalige X-Games-Medaillengewinner Kai Mahler und der 18-jährige Luca Schuler, klassierten sich auf den Rängen 5 und 7. Am letzten Tag der X-Games durfte Andri Ragettli am Slopestyle Contest an den Start und beendete die für das Swiss Freeski Team überaus erfolgreichen X-Games auf dem 6. Platz.


Böschs Finalsprung zur Goldmedailleurl

Ambühls Finalsprung zur Bronzemedailleurl

 

Skicross: Alex Fiva verfehlt das Podest knapp


Der Skicrosser Alex Fiva verpasste am Samstag den Sprung auf das Podest nur um eine halbe Armlänge. Der Bündner wurde – einen Tag nach seinem 30. Geburtstag – guter Vierter. Der Kanadier Chris del Bosco, der Sieger in Aspen 2010 und 2012, fing den Schweizer erst auf den letzten Metern des Finals noch ab und verwies diesen hauchdünn auf Platz vier. Jonas Lenherr, der zweite Schweizer Finalteilnehmer, belegte bei seiner X-Games-Premiere den guten 6. Rang. Armin Niederer platzierte sich auf Rang 8, Marc Bischofberger reiste mit einem geteilten 15. Rang zurück in die Schweiz.


„Mit dem Teamauftritt und vor allem mit zwei Fahrern im Big Final bin ich sehr zufrieden, leider hat uns auch hier in Aspen das letzte Quäntchen Glück gefehlt“, erklärt Cheftrainer Ralph Pfäffli. „In einem flachen Rennen und bei teilweise schwierigen Wetter- und Rahmenbedingungen haben sich unsere Jungs top verkauft.“


Das Video des Skicross Big Finalsurl

 

Snowboard: Halfpipe-Wettkampf der Männer von Schneesturm beeinträchtigt


Der Halfpipe-Contest der Snowboarder nahm ein völlig unerwartetes Ende mit einem überraschenden Sieger: Der Amerikaner Matt Ladley siegte nach nur einem von normalerweise drei ausgetragenen Durchgängen vor seinem Landsmann Ben Ferguson. Denn nach dem ersten Durchgang wurde der Wettkampf wegen eines Schneesturms abgebrochen. Der mit grossen Ambitionen nach Colorado gereiste Zürcher Iouri Podladtchikov fand sich derweil im letzten Rang des Klassements wieder.


Bestklassierter Schweizer war so am Ende Jan Scherrer. Der 22-jährige Toggenburger wurde bei seiner ersten X-Games-Teilnahme Sechster. Für Christian Haller, der vergangene Woche in Laax schwer gestürzt war und in Aspen angeschlagen an den Start ging, resultierte Platz 8.


Für die Bündner Snowboardcross-Spezialistin Simona Meiler kam es nicht zu ihrer vierten X-Games-Teilnahme: Sie zog sich im zweiten Trainingstag  nach einem heftigen Sturz eine Rückenfraktur im dritten Lendenwirbel sowie eine Verletzung des linken Knies zu. Der Unfall zwingt Simona Meiler zu zwei bis drei Monaten Pause, was das Saisonende bedeutet. „Dafür sollte ich danach wieder zu 100% fit sein und ohne Verzögerung in die Vorbereitung für nächsten Winter starten können“, so Meiler.


Fotos: Elmar Bossard | ESPN | zVg