Benjamin Weger läuft in die Top 10

16. Februar 2017


Biathlon: WM 20 Kilometer Einzel der Männer


Benjamin Weger

Benjamin Weger

Benjamin Weger

Benjamin Weger

Serafin Wiestner

Serafin Wiestner

Mario Dolder

Mario Dolder

Bei traumhaftem Wetter lieferten die weltbesten Biathleten den über 15.000 Zuschauern im Stadion und auf der Strecke eine grosse Show. Die 20 Kilometer hatten alles in sich, strauchelnde Favoriten, Aussenseiter mit dem Rennen ihres Lebens und mittendrin ein sehr starker Benjamin Weger.
 

Aber von vorne. 102 Teilnehmer nahmen die längste und älteste Biathlondisziplin in Angriff. Bereits als 11. sprintete Benjamin Weger aus dem Starthaus, der Obergommer hatte sich nach ungenügenden Ergebnissen in Sprint und Verfolgung viel vorgenommen. Bei deutlichen Plusgraden räumte Benjamin in den ersten drei Anschlägen souverän alle Scheiben ab, auch auf der Loipe konnte er mit der 16. Laufzeit zufrieden sein. So zeigte das Tableau nach dem dritten Schiessen Benjamin Weger auf Rang eins, erst die späteren Medaillengewinner Ondrej Moravec und Lowell Bailey sollten sich zu diesem Rennzeitpunkt vor ihm platzieren. Entsprechend gross war der Druck für Weger beim letzten Schiessen, ein Schuss fand sein Ziel nicht, dennoch waren 19 von 20 möglichen Treffern eine sehr gute Leistung des 27-jährigen. Am Ende fehlten 1:22 Minuten auf die Goldmedaille, das Podest verpasste er um eine Minute. Der 10. Schlussrang ist gleichbedeutend mit dem besten WM Ergebnis, ein sehr wichtiges Ergebnis wie er selber auch betonte. „Für mich war es sehr wichtig endlich auch an einem Grossanlass wie der Weltmeisterschaft eine solche Platzierung zu erreichen. Nach den verkorksten Sprint- und Vefolgungsrennen ist es mir gut gelungen diese Ergebnisse auszublenden und mich voll auf die zweite WM Woche zu konzentrieren. Dank  sehr gutem Material und einigen Handgriffen mit der Schere am Rennanzug war die Wärme kein so grosses Problem wie zuerst befürchtet. Natürlich hat mich der eine Fehler geärgert, schlussendlich kann ich aber dennoch sehr zufrieden mit meinen 20 Kilometern sein“. Ähnlich sah es Herren-Cheftrainer Jörn Wollschläger: "Der Fehler war sehr knapp, aber Biathlon ist kein Sport des "was wäre wenn". Ein Top 10 Einzelresultat war unser ausgegebenes Ziel, dazu konnte Mario mit dem 15. Rang im Sprint eine neue Karrierebestleistung einfahren. Es zeigt uns, dass der Formaufbau stimmt, die Sportler sind zu der WM sehr gut in Form. Diese Erfahrung ist auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr sehr wertvoll."

 

 

Im heutigen schiesslastigen Einzelwettkampf liessen die anderen Schweizer Athleten leider zu viele Scheiben für ein gutes Resultat stehen, sie alle platzierten sich ausserhalb den Top 40 und damit den Weltcuppunkten. Serafin Wiestner lief mit drei Fehlern auf Rang 44, Jeremy Finello (3 Fehler) und Mario Dolder (4) folgten auf den Plätzen 63 und 64. Serafin und Mario sind dank ihren Sprint und Verfolgungsergebnissen für das Massenstartrennen qualifiziert. Im letzten Rennen der Weltmeisterschaften laufen die 15 besten Athleten des Gesamtweltcups, sowie die 15 besten Punktesammler der laufenden Weltmeisterschaften um Gold, Silber und Bronze.

 

 

Für ein Biathlonmärchen sorgte der US-Amerikaner Lowell Bailey. Bailey, der schon vor Jahren den Biathlonsport aufgeben wollte, blieb fehlerfrei am Schiessstand und kämpfte auf einer dramatischen Sclussrunde gegen die Zeit von Ondrej Moravec. Drei Sekunden trennten die beiden Überraschungsläufer im Ziel, Überflieger Martin Fourcade musste sich mit der Bronzemedaille zufrieden geben.

 

Die komplette Ranglisteurl

 

 


Autor: cri

Fotos: NordicFocus