Elisa Gasparin schafft den Durchbruch
31. Januar 2012
Biathlon: IBU Open European Championshis Osrblie (SVK)
Grandioser Auftakt zur Biathlon-EM in der Slowakei. Zweimal Edelmetall gewann das Swiss-Ski-Kader in den Sprint- und Verfolgungswettkämpfen durch Elisa Gasparin. Auch in der Breite vermochte die Schweiz einige Akzente zu setzen.
Raue Sitten herrschen in der Slowakei. Ein Faux-Pas der Streckenposten in der Mixed-Staffel offenbarte gestern noch nie da gewesene Konsequenzen. Aufgrund einer falsch signalisierten Laufstrecke nach dem Wechsel der Frauen zu den Männern lief Gaspard Cuenot unverschuldet eine zu lange Runde, was den Anschluss an das Spitzenquartett endgültig verunmöglichte. Ein Protest der ebenfalls von falscher Ausschilderung betroffenen Bulgaren und der Schweiz zeigte Wirkung. Die Jury entschied auf eine Zeitbonifikation für die Eidgenossen und entliess die betroffenen Streckenposten umgehend!
Der einmalige Misstritt des OK's vermag die Freude und den Erfolg von Swiss-Ski Biathlon nicht zu trüben. Juniorin Elisa Gasparin (C-Kader/S-chanf) gewann Bronze im Sprint und doppelte mit Silber in der Verfolgung nach. Damit hat die junge Bünderin endgültig unterstrichen, dass sie in ihrem Jahrgang zur Weltspitze zählt. Da die stärksten Nationen im Biathlon aus Europa und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion stammen, ist die EM im Nachwuchsbereich durchaus im Grad einer repräsentativen Leistungsschau, vergleichbar einer WM, anzusiedeln.
Erfolg logisch aber höchst erfreulich
Bei Elisa Gasparin passt derzeit alles zusammen. Sie schiesst auf sehr hohem Niveau, traf inklusive Mixed-Staffel 37 von 40 Zielen (92.5% Trefferquote). "Ich schiesse wie in Trance, alles läuft automatisch und ich kann alles Unnötige ausblenden. Das ist nach meinen eher bescheidenen Ergebnissen vor der EM, ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung", bilanziert das Talent. Auch läuferisch steht Elisa im Altersvergleich in nichts nach. "Ich habe das Gefühl, dass ich ständig attackieren kann. Auch bedingt durch ausgezeichnetes Material gelingen mir recht ansprechende Laufzeiten. Dazu gelang es mir bislang an der EM, mich sehr schnell zu erholen." Die beiden grossartigen Medaillen sind aber kein Zufall. Elisa vermochte in ihrer bisherigen Karriere permanent in den vordersten Positionen mitzulaufen, schaffte mehrere Topten-Plätze an der Junioren-WM und am EYOF.
Elisa Gasparin ist ein Versprechen für die Zukunft, welches getreu dem Swiss-Ski-Motto behutsam aber nachhaltig an die Elitenspitze herangeführt werden wird. Der Fokus liegt vorderhand auf dem Einzelbewerb vom Mittwoch und später der Junioren-WM im finnischen Gefrierschrank von Kontiolahti (Temperatur heute: -27 Grad.)
Gute Basis
Im Sog der Doppelmedaillengewinnern blitze international erstmals auch das Talent der jungen Walliserin Patricia Jost auf. Die 18-jährige Biathletin aus Reckingen gewann in dieser Saison bereits den Alpencup im Martell (ITA) und schaffte an der EM in einer höheren Alterskategorie zwei Top-20 Plätze. Auch Jost kommt dabei auf eine Quote von 90 Prozent Treffern. Mario Dolder (B-Kader/Zeglingen) läuft in diesem Jahr erstmals bei den Senioren. Der Baselbieter überzeugte im Sprint mit Platz 17. "Ein Top-20-Ergebnis in diesem starken Feld, ist eine sehr gute Leistung", schätzt Dolder seine Leistung ein. Nationaltrainer Markus Segessenmann teilt diese Einschätzung. "Mario hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber auch unsere Junioren, wie Gaspard Cuenot, sind voll mit dabei. Wir werden noch sehr viel Freude an unserer Equipe haben."
Autor: cm
Fotos: Markus Segessenmann













