Lenk – Lenzerheide, oder so…
05. Januar 2012
Juskila: Portrait von Kids und ihren Betreuern
Perfetto waren die Spaghetti auf dem Bettelberg, allegro ma non troppo fällt der Schnee, subito geht’s ins Nachmittagsprogramm. Skileiterin Karin Liechti stellt ihrer Gruppe den Begleittrupp für die nächsten Stunden vor: ein Fotograf, eine Filmerin, ein Schreiberling. Alex aus Oberurnen lässt seinem Gesichtsausdruck Worte folgen: „Bäh, die fahren ja nicht schnell“. Nanu, wir werden das Urteil mit Fassung tragen und sehen, was der Nachmittag bringt. In der Gondelbahn ein erstes Gespräch. Alex erzählt, wie seine Mutter vom Juskila in der Zeitung gelesen habe. Welche Zeitung, weiss der Glarner Pfiffikus nicht; er selber lese höchstens das Wetter. Bei der Frage nach seinen Erinnerungen der ersten Tage kommt er ins Studieren. Wo sie gestern hingefahren seien, versucht’s Karin Liechti mit einer Suggestivfrage. „Öööhh… dänk uf e Bärg ufe“ klingts im Glarnerdialekt. Aha – und welcher Berg denn? „Dings da, Lenzerheide!“ Gemeint war Kuonisbergli, aber die beiden Wörter sind ja fast gleich lang, und Weltcuprennen gibt’s dort auch. Derweil hat Ueli, Alex‘ Kantons- und Gruppenkollege aus Linthal, seine Gedanken bereits beim Nachmittagsprogramm. Er meint, so zwischen 10 und 20 Meter weit werde er schon springen auf der Schanze. Der Kerl hat einen wachen Sinn für Realität: genau so gross ist die Anlage, die David Amstein und Hansjörg Zihlmann drei Tage lang in den Hang gezaubert haben. Nach den beiden Sprüngen an der Schanze werden Alex, Ueli und ihre Gspänli zum Gruppenbild gebeten. Fotograf Flurin macht Alex ein Kompliment für sein Lachen beim Posieren: „Machst du das beruflich?“. „Nein“, meint Alex, „ich kann das so gut, weil ich immer den Lehrer auslache.“ Auf den Mund gefallen ist er wahrlich nicht, der junge Glarner. Und für die Namen der Berge hier in der Gegend hat er ja noch bis Sonntag Zeit.
Abwechslung im Monoskibob
Kecke Sprüche und frisches Lachen sind auch in der JUSKILA-Rollstuhlgruppe angesagt. In Zusammenarbeit mit Stützpunkt Sörenberg des Schweizerischen Paraplegiker-Vereins (SPV) erhalten jedes Jahr zwei Kinder Gelegenheit zu Spiel, Spass und Sport im Monoskibob. Dieses Jahr sind zwei Mädchen, Tanja und Bettina, in der Obhut der Monoskibob-Lehrer Bruno Alessandri und Fabian Emmenegger. Heute ist Teamwechsel angesagt: Tanja fährt mit Fabian, Bettina mit Bruno. Das findet Tanja auf Anhieb nicht so gut: nur zu gerne hätte die flinke Fahrerin ihre gestrigen Schussfahrten mit Bruno wiederholt. „Okay, aber dann musst du mich zumindest ebenso gut wie gestern in den Monoskibob setzen“, sagt sie augenzwinkernd zu Bruno. Und fährt schon kurz darauf ihrem heutigen Coach Fabian um die Ohren.
Autor: Ueli Anken Video: Viviane Stebler
Fotos: Swiss-Ski/Flurin Bergamin


















