Ein König und ein Geist
06. Januar 2012
Juskila 2012
Früher, also viel früher, da fuhr er auch Ski. Seit drei Jahren setzt er ganz aufs Snowboard. In dieser Disziplin gehört er zum JO-Kader der Snowboardregion Nordwest (BABE). Und am JUSKILA nimmt er als Langläufer teil. Seine Freude an allen Schneesportarten wurde beim Frühstück mit der Krone aus dem Dreikönigskuchen gekrönt. Der Monarch für einen Tag heisst Nicola Lubasch (13) und stammt aus Meiringen. Stolz fixiert er das Machtemblem auf seine Langlaufmütze, bereit für eine königliche Runde in der Spur.
Dass Nicola dabei einen durchaus majestätischen Eindruck macht, liegt nicht nur an der Dreikönigskrone, wie Regina Kindschi erklärt. Die langjährige Davoser JO-Leiterin – ihr Sohn Jöri und Laurien van der Graaff stammen aus ihrer Schule – wirkt dieses Jahr zum ersten Mal für zwei Tage als Langlaufleiterin im JUSKILA. In Nico sieht sie einen typischen Vertreter der polysportiven Jugend, die sich rasch auf Langlaufskiern zurecht findet: „Snowboarder, die nie Ski gefahren sind, haben‘s in der Regel schwer. Ihnen fehlt das Gleichgewichtsgefühl fürs Gleiten auf einem Ski. Je vielfältiger das sportliche Vorleben eines Kindes, desto leichter der Anfang beim Langlaufen.“
Im Dutzend um König Nicola befindet sich neben mehreren eingefleischten Langläufer/innen aus dem Emmental auch Jonas Crameri (13) aus Poschiavo. Seine Deutschkenntnisse sind genügend, um sich più o meno mit den andern zu unterhalten. Im Gegensatz zu Nicola ist seine ganze Familie auf Langlauf eingestellt. Ihm gefällt am JUSKILA der spielerische Umgang auf und neben der Loipe. Grinsend erzählt er sein Missgeschick beim Ausflug mit der Langlaufausrüstung auf die alpine Piste: bei einem Sturz zerlegte er einen Stock in mehrere Teile. Am Tollsten fand er aber den halben Tag auf den Snowblades.
Auch das gehört zum JUSKILA-Geist: jedes Kind entdeckt andere Formen des Gleitens auf Schnee. Ganz im Sinne des polysportiven Ansatzes, für den sich Sportlehrerin Regina Kindschi ihr Leben lang einsetzt. Mit einem Lächeln ergänzt sie, nachdem die beiden Jungs das Interview längst verlassen haben, um interessanteren Tätigkeiten nachzugehen, wie sehr sie die zwei Tage an der Lenk genossen habe: „Kinder, die nach einem Morgen Unterricht Danke sagen, das erlebe ich nicht sehr oft.“
Wieder hat der JUSKILA-Geist ein paar Kinder und eine erfahrene Sportpädagogin angesteckt.
Autor: Ueli Anken
Fotos: Swiss-Ski/Flurin Bergamin

















