Disziplinen

Freestyle

Halfpipe (HP)

Die Halfpipe, eine halbe nach oben offene Schneeröhre, ist die Königs-Disziplin. Bis zu fünf Meter springen die Snowboarder über den Rand der Halfpipe hinaus. In einem Lauf zeigen sie zwischen fünf und acht Tricks, je nach Länge der Halfpipe (100 - 130 Meter). Kampfrichter (Judges) bewerten die Darbietung nach Höhe, Schwierigkeit und Style der Tricks. Halfpipe ist seit 1998 olympische Disziplin, Gian Simmen holte damals Gold.

Big Air (BA)

Beim Big Air geht es, wie der Name sagt, hoch in die Luft (bis zu 7 Meter hoch und 25 Meter weit). Judges bewerten wiederum Höhe, Schwierigkeit und Style der Tricks. Gesprungen wird auf einer Schanze, die oft auf einem schwindelerregenden Gerüst mitten in einer Stadt steht. Big Air ist eine Show-Disziplin, um Snowboarden vor grossem Publikum zu zeigen. Big Air ist nicht olympisch und meist eine reine Herren-Disziplin.

Slope Style (SBS)

Ein Slope Style besteht aus mehreren Sprüngen (Kickers, Corner-Jumps etc.) und Slide-Elementen (Rails). Die Snowboarder müssen also wie in der Halfpipe mehrere Tricks zeigen. Slope Style Wettkämpfe fanden bisher vor allem auf der alternativen TTR-Worldtour statt. Im FIS-Weltcup gibt es mittlerweile aber auch einige Slope Style Contests. Die Disziplin ist ab Sotchi 2014 olympisch und erfreut sich bei den Snowboardern einer sehr grossen Beliebtheit.

Quarterpipe (QP)

Die Quarterpipe ist eine rund zehn Meter hohe, runde Schneewand, aus der man ähnlich wie in der Halfpipe hinaus fliegt (bis zu 8 Meter hoch!) und wieder hinein landet. Die Snowboarder machen wie beim Big Air pro Lauf nur einen Sprung. Auf höchster Ebene gibt es nur wenige Quarterpipe Events (TTR). Quarterpipe ist nicht olympisch und nicht im FIS-Weltcup Kalender – äusserst spektakulär aber sehr wohl.

Snowboardcross (SBX)

Der Snowboardcross (oder Boardercross) ist eine mit diversen Hindernissen (Sprüngen, Wellen, Steilwandkurven etc.) bespickte Piste. Vier Snowboarder (manchmal auch sechs) kämpfen Mann gegen Mann, Frau gegen Frau um die vordersten Plätze. Die ersten Zwei eines Heats (Laufs) kommen eine Runde weiter. Bevor man im K.O.-System gegeneinander fighten kann,  muss man die Qualifikation überstehen, die in Einzelzeitläufen gefahren wird. Snowboardcross war 2006 erstmals olympisch, Tanja Frieden gewann die Goldmedaille.

Alpin

Parallel-Riesenslalom (PGS)

Die Hauptdisziplin der Alpin-Boarder ist der Parallel-Riesenslalom. Die Snowboarder duellieren sich dabei parallel auf zwei möglichst identischen Kursen. Nach einem Lauf werden die Seiten gewechselt, um mögliche Vorteile auszugleichen. In der Qualifikation fahren alle Teilnehmer einen Zeitlauf pro Kurs. Die 16 Schnellsten kommen ins Finale, wo es im K.O.-Sytem weiter geht. PGS ist seit 2002 olympisch (1998 wurde ein einfacher Riesenslalom ausgetragen). 2002 und 2006 hiess der Olympiasieger Philipp Schoch.

Parallel-Slalom (PSL)

Der Parallel-Slalom läuft nach dem genau gleichen Muster ab wie sein grosser Bruder. Einziger Unterschied ist, dass die typischen, dreieckigen Snowboard-Tore enger gesteckt sind. Der Abstand zwischen den Toren beträgt beim PSL etwa 12 Meter, beim PGS sind es 25 Meter. Demzufolge benutzen die Fahrer im PSL kürzere Boards. Parallel-Slalom ist ab Sotchi 2014 ebenfalls eine olympische Disziplin.