Disziplinen

Ursprung der Disziplin

Die Geschichte des Langlaufs geht etwa 5'000 Jahre zurück. Seine Wurzeln waren in Norwegen, von wo aus die Verbreitung nach Skandinavien und Russland erfolgte, als der Skilauf sich als Fortbewegungsart während des harten Winters bewährte. Langlauf ist der ursprüngliche und aus Sicht der Teilnehmer der beliebteste nordische Skisport, dessen Name auf die Entwicklung in Nordeuropa zurückführt (im Gegensatz zu alpin, dessen Name von den Alpen abgeleitet wurde).

In der modernen Zeit war der nordische Skilauf lange vor seinem alpinen Nachfolger populär und Norwegen gilt allgemein als die Wiege der Skiwettkämpfe. Die Huseby-Rennen fanden erstmals 1879 statt und die berühmten Holmenkollen Spiele 1892. Die Nordische Kombination – eine Kombination von Skispringen und Langlauf – wurde als erster Sportbewerb betrachtet und erst 1900 wurde erstmals ein separates Langlaufrennen über 30 km am Holmenkollen durchgeführt.

 

Langlauf heute

Die bedeutendste Wettkampfserie konzentriert sich auf den FIS Weltcup mit 25 bis 30 Einzelbewerben und sechs bis acht Staffeln. Bis zu 90 weibliche und 100 männliche Athleten nehmen gewöhnlich an diesen hochstehenden Wettkämpfen teil. Neben dem Weltcup finden auch andere wichtige Wettkämpfe wie Kontinentalcups, FIS-Rennen, Junioren- und Nationalmeisterschaften wie auch Volkslangläufe und ein FIS Marathon Cup statt.


Während Jahren wurde der Begriff Langlauf mit der "Diagonaltechnik" verbunden, wo man mit beiden Skis in präparierten Spuren läuft. Die Skis wurden mit "Steigwachs" und "Gleitwachs" behandelt. Der Steigwachs greift bei Aufstiegen, während der Gleitwachs die Skis bei Abfahrten und im flachen Gelände beschleunigen sollte.


Während der ersten offiziellen Weltcup-Saison 1982 machte Bill Koch aus den Vereinigten Staaten von Amerika die "Schlittschuh"-Technik bekannt (oder "freie" Technik im Gegensatz zum Diagonalschritt). Die Schlittschuh-Technik wurde früher vornehmlich in Skandinavien von Langstrecken-Läufern benutzt, wobei ein Ski in der Spur blieb mit dem anderen abgestossen wurde, um an Geschwindigkeit zu gewinnen. Vermutlich führte der Schlittschuhschritt, der schneller ist als die klassische Technik, zum heutigen Stil, wo die Läufer eine nicht gespurte Strecke benützen (mit Ausnahme jener Stellen, wo die Strecke gespurt wurde, damit die Läufer in heiklen Kurven oder Übergängen besser Halt finden).

Die Wettkampfdisziplinen

Die Damen laufen im Sprint, Mannschaftssprint, über 10 km Einzelstart, 15 km Verfolgungsrennen, 30 km Massenstart und in der 4x5 km Staffel. Die Herren laufen im Sprint, Mannschaftssprint, über 15 km Einzelstart, 30 km Verfolgungsrennen, 50 km Massenstart und in der 4x10 km Staffel.

Massenstart

Die Wettkämpfer starten gleichzeitig in Reihen. Jener Läufer, der die Ziellinie als erster überquert ist der Sieger.

Intervallstart

Die Läufer starten in Intervallen von 30 Sekunden. Der Athlet mit der schnellsten Einzelzeit gewinnt.

Staffel

Eine Mannschaft besteht aus vier Athleten, wobei jeder eine Runde läuft und dann an seinen Mannschaftskameraden übergibt. Die Staffel erfolgt im Massenstart. Bei den Staffeln laufen die ersten beiden Läufer klassisch, die beiden anderen in freier Technik.

Sprint

Qualifikationsläufe, Viertelfinal, Halbfinal: Beim Sprint qualifizieren sich die schnellsten vier Athleten jeweils über verschiedene Runden für das entscheidende Finale.

Sprint mit 30 Teilnehmern im Final
1-6: A-Final
7-12: B-Final
13-30: werden nach den Ergebnissen der Viertelfinals vergeben.

Viertelfinale
Nr. 1 und 2 sind direkt qualifiziert; zusätzlich die zwei Zeitschnellsten der Viertelsfinals. Der schnellere der zwei zusätzlich qualifizierten Athleten wird im Halbfinale 1 platziert und der langsamere dieser Athleten wird im Halbfinale 2 platziert.

Halbfinale:
Nr. 1 und 2 sind direkt qualifiziert; zusätzlich die zwei Zeitschnellsten der Halbfinale für das A-Finale.

Teamsprint

Jeder Athlet absolviert abwechslungsweise 3 Runden. Nach der Qualifikation gibt es ca. 45 Min. Pause bevor die Finalläufe gestartet werden.
Final: Die ersten drei Teams jedes Halbfinals qualifizieren sich direkt und zusätzlich die 4 schnellsten folgenden Teams aus beiden Heats. Jeder Athlet läuft im Wechsel wiederum 3 Runden.



Verfolgungsrennen

Die Verfolgungsrennen werden mit Massenstart durchgeführt und die Athleten laufen im selben Rennen in beiden Techniken. Bei einem Boxenhalt im Stadion nach der Hälfte der Renndistanz wechseln die Athleten die Ausrüstung von der klassischen zur freien Technik (Damen 7,5 km + 7,5 km, Herren 15 km + 15 km).

Tour de Ski

Das Mehretappenrennen Tour de Ski ist nach dem Muster der Tour de France im Radsport entstanden. Bestehend aus einem Prolog, mehreren Einzelwettkämpfen über verschiedene Distanzen und Techniken und schickt die Langläufer jeweils mit einem Zeithandicap auf die Reise. Derjenige, der das Ziel nach einem sehr steilen, langen Anstieg als erster erreicht, hat den Gesamtsieg der Tour de Ski gewonnen.