Disziplinen

 

Wettkämpfe Biathlon

Biathlon ist ein höchst interessanter Sport für die Zuschauer in den Stadien aber auch vor dem Bildschirm. Dieses grosse Interesse ist nicht verwunderlich, weil Biathlon während eines Wettkampfes ein grosses Spektrum an konkurrierenden Aktivitäten anbietet. Beim Verfolgungswettkampf z.B. kann ein Zuschauer vom Start über das Schiessen, die Strafrunden bis ins Ziel die Wettkämpfer verfolgen und er sieht immer, wer in Führung liegt. Ebenso kann der Zuschauer vor Ort im Stadion, am Schiessplatz und vor allem auf den Strecken die harten Zweikämpfe der Sportler untereinander erleben.

Die Herausforderung

Die Kombination von zwei so sehr widersprüchlichen Disziplinen wie Skilanglauf und Schiessen in einem sportlichen Wettkampf stellt die Athleten vor ausserordentlich grosse Herausforderungen. Der Skilanglauf erfordert eine impulsive körperliche Anstrengung über einen längeren Zeitraum hinweg, während das Schiessen eine extrem feine Kontrolle und Stabilität verlangt. Wenn die Athleten am Schiessstand eintreffen, müssen sie auf sehr kleine Ziele schiessen, obwohl ihr Herz rast und sich die Brust vom Atmen hebt und senkt, denn auch während des Schiessens läuft die Zeit weiterhin gegen sie. Ein Fehlschuss wird mit einer Strafe geahndet.

Geschichtlicher Hintergrund

Biathlon gilt als lebende Sportart, eine Sportart, die früher und auch jetzt noch immer wieder im täglichen Leben angewandt werden muss. In Norwegen gefundene Höhlenzeichnungen, die 5000 Jahre zurückgehen, sind der früheste Nachweis von Jagd und Kampf, die auf Skiern und mit Waffen betrieben wurden.


Historische Aufzeichnungen aus Asien berichten von "geflügelten Pferden" an den Füssen der Jäger, die zur Verfolgung von Wildtieren im Schnee eingesetzt wurden. Die erste historische Aufzeichnung eines Biathlonwettkampfes erzählt von einer Veranstaltung aus dem Jahre 1767, bei der sich nahe der schwedisch-norwegischen Grenze Grenzsoldaten im Wettkampf massen.
Die allgemeine Entwicklung im Biathlon setzte sich bei der Jagd und Kriegführung fort und wurde im Jahre 1924 bei den Olympischen Winterspielen in Chamonix unter der Bezeichnung Militärpatrouille als Demonstrationssportart vorgeführt. Seither hat der Biathlonsport grosse Veränderungen durchlaufen, einschliesslich der Zulassung zu den Olympischen Winterspielen unter der Bezeichnung Biathlon im Jahre 1960 in Squaw Valley - USA. Im Jahre 1978 erfolgte die Umstellung auf Kleinkaliber (.22lr).
Internationale Biathlonwettkämpfe für Frauen werden seit Beginn der achtziger Jahre organisiert. Biathlonwettkämpfe für Frauen wurden schliesslich 1992 in Albertville - FRA in das Programm der Olympischen Winterspiele aufgenommen.

Einzellauf

Der Einzellauf ist die älteste Einzeldisziplin im Biathlon. Die Rennen werden über 20 Kilometer bei den Männern, 15 km bei den Frauen und Junioren sowie 12,5 km bei den Juniorinnen gelaufen. Jeweils nach einem Viertel der Strecke auf der Loipe müssen die Athleten abwechslungsweise liegend und stehend (insgesamt viermal) auf die Scheiben schiessen. Ein Fehlschuss hat eine einminütige Strafe zur Folge. Aufgrund der Leistungsdichte kann dieser dem Athleten weit über zehn Ränge im Klassement kosten.

Sprint

Im Vergleich zum Einzellauf müssen die Athleten nicht nur die Hälfte der Distanz, sondern auch nur zwei Schiessstationen absolvieren (einmal liegend, einmal stehend). Das Rennen gewinnt an Attraktivität, weil die Athleten grössere Risiken eingehen: Ein Fehlschuss hat weit weniger grosse Auswirkungen als im Einzellauf, der Wettkämpfer wird lediglich mit einer Handicaprunde von 150 Metern während dem Rennen bestraft. Die 60 Bestklassierten qualifizieren sich für die Verfolgung.

Verfolgung

Das Klassement beim Sprint (bei gewissen Weltcups kann auch das Ergebnis des Einzellaufs mit halbierten Zeitrückständen heran gezogen werden) ist für die Startreihenfolge der Verfolgung mit viermal Schiessen (zweimal liegend, danach zweimal stehend) entscheidend: Die Männer und Junioren absolvieren je 12,5 km, die Damen und Juniorinnen je 10 km auf der Loipe. Jeder Fehlschuss wird mit einer Zusatzrunde von 150 Metern geahndet. Das Rennen entscheidet jener Athlet, der zuerst über die Ziellinie fährt.

Massenstart

Der Massenstart hat die gleichen Regeln wie die Verfolgung und wurde 1999 ins Wettkampfprogramm aufgenommen. Der Massenstart zählt wie der Staffellauf zu den spektakulärsten Rennen für Zuschauer und Medien: Das Geschehen ist im Direktvergleich leicht mitzuverfolgen. Männer absolvieren dabei 15 km, Damen und Junioren 12,5 km und Juniorinnen 10 km. Nur die 30 besten des aktuellen Weltcup-Rankings sind zum Massenstart zugelassen. Der Massenstart ist seit 2006 im olympischen Programm.

Staffel

Nicht der Einzelne, die Gesamtleistung der Mannschaft entscheidet über Sieg und Niederlage in der Staffel. Dem Schützen stehen pro Schiessserie (insgesamt sind es zwei) neben den 5 Schüssen im Magazin weitere 3 Schüsse zur Verfügung, die jedoch einzeln von Hand nachgeladen werden müssen. Patzt ein Läufer trotzdem und muss auf eine Strafrunde von 150 Metern, ist es schwierig den eingefangenen Rückstand wieder wettzumachen oder gar aufzuholen. In der Staffel gehen bei den Männern, Damen und Junioren vier, bei den Juniorinnen drei Athleten auf die Strecke. Männer und Junioren haben dabei 7,5 km, Damen und Juniorinnen 6 km zu absolvieren.

Mixed-Staffel

Die Mixed-Staffel ist das jüngste Disziplinenkind der Internationalen Biathlon Union. Sie wurde am IBU-Kongress in Bulgarien im September 2004 von den Delegierten eingeführt. Erstmals ausgetragen wurde die Mixed-Staffel beim Weltcup-Finale 2005 und erhielt gleich Weltmeisterschaftsstatus. Eine Gemischte Staffel besteht aus 2 Frauen und 2 Männern. Die Startreihenfolge im Gemischten Staffelwettkampf lautet Frau, Frau, Mann, Mann. Die zwei weiblichen Staffelmitglieder laufen über die Distanz von 6 km; die zwei männlichen Staffelmitglieder laufen über eine Distanz von 7,5 km. Geschossen werden von beiden Geschlechtern jeweils Schiesseinlagen (liegend / stehend). Zu Handen des Internationalen Olympischen Komitees hat die IBU den Antrag gestellt, dass die Mixed-Staffel auf die OWS 2014 olympisch werden soll.